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NEWSLETTER 8/2026:
Besser als ihr Ruf: Was mir die Riester-Rente konkret gebracht hat

Die Riester-Rente hat einen schlechten Ruf. Obwohl in der Spitze 16,6 Millionen Verträge abge-schlossen waren, wird der Versuch der breiten Etablierung einer zusätzlichen privaten Altersvor-sorge als Misserfolg gewertet. Zum einen, weil die Konstruktion als zu kompliziert und mit der Kapitalgarantie als zu einschränkend angesehen wird. Zum anderen, weil die hohen Kosten der privaten Produkanbieter zu viel an möglicher Performance auffressen. Ich war gleich vom Start 2002 weg mit einem Riester-Vertrag bei der Union-Investment dabei. Jetzt ist der Vertrag fällig geworden und ich kann aus erster Hand über meine Erfahrungen berichten. Um es vorwegzu-nehmen: Ich bin (sehr) zufrieden mit der Performance.
Am Schluss auch noch eine Einschätzung zu der gerade auf den Weg gebrachten Reform zur Riester-Rente. 

Die Riester-Rente wurde in den Jahren 2000/01 beschlos-sen, um dem absehbaren demografischen Wandel und den Problemen der staatlichen Rente zu begegnen. Breite Be-völkerungsschichten sollten eine freiwillige private Alters-vorsorge aufbauen, gefördert mit staatlichen Zuschüssen. Allerdings geriet die an sich gute Idee wie so häufig in Deutschland viel zu bürokratisch und wenig sachgerecht: Mit den vielfältigen Möglichkeiten über Versicherungsver-träge, Fondsanlagen, Banksparpläne und später auch Bausparkassenverträge gibt es viel zu viele Produktvarian-ten und die Förderbedingungen sind zu komplex gestaltet. Um die maximale Förderung zu erhalten muss der aufzu-bringende Eigenanteil zudem aufwändig ermittelt werden.

Der größte Geburtsfehler war aber die Kapitalgarantie. Gut gemeint, um der Bevölkerung die Scheu vor volatileren Aktienanlagen zu nehmen. Aber dadurch gehen zu viele Renditechancen verloren, die das Produkt für die langlau-fende Altersvorsorge unattraktiv machen. Die Anbieter müs-sen einen Großteil der laufenden Beiträge in eine risiko-arme Anlageform investieren (z.B. festverzinsliche Wertpa-piere), um die einbezahlten Beiträge bei Vertragsende ga-rantieren zu können. Damit kann nur ein geringerer Teil in chancenreichere Investments wie Aktien angelegt werden.

Eigentlich sind auch Aktienanlagen auf lange Sicht ‚sicher‘: Es hat in Deutschland historisch nie länger als 15 Jahre gedauert, bis eine breit gestreute Aktienanlage z.B. im DAX selbst nach einem extrem ungünstigen Einstiegszeitpunkt wieder im Plus lag. Aber darauf lässt sich der Gesetzgeber nicht ein, sondern verlangt eine explizite Kapitalgarantie, die mit teurem Eigenkapital durch die Anbieter unterlegt werden muss.

Zu Beginn war die Riester-Rente auch ohne weiteres er-folgreich was den Absatz betrifft: Bis ins Jahr 2007 wurden immerhin über 10 Millionen Verträge abgeschlossen. Der Hochpunkt wurde im Jahr 2017 mit 16,6 Mill. laufenden Verträgen erzielt. Davon waren 66% Riester-Verträge bei Versicherungen, 19% liefen über Fondsgesellschaften, 11% Prozent bei Bausparkassen und 4% bei Banken. Mit der extremen Niedrigzinsphase und der immer stärker aufkom-menden Kritik an dem Produkt, insbesondere an der Kostenbelastung, ging das Interesse an der Rieser-Rente dann aber stark zurück.

Im Jahr 2024 gab es nur noch knapp 15 Mill. laufende Verträge und es wurden gerade mal 30.400 neue Riester-Rentenversicherungen abgeschlossen. Der Rückgang bei den Versicherungsverträgen war damit auch mit minus 10,3% am größten unter den Durchführungswegen. Viele Anbieter stellten ihr Angebot auch ganz ein, da durch die niedrigen Zinsen die Beitragsgarantie wirtschaftlich nicht mehr darstellbar war.

Von den ursprünglich laufenden Verträgen wurden in der Zwischenzeit zudem bereits mehr als ein Viertel vorzeitig gekündigt. Und in den aktuellen Zahlen sind auch die Riester-Verträge enthalten, die gar nicht mehr bespart werden. So beläuft sich die Zahl der im Jahr 2024 noch geförderten Verträge gerade mal auf 10,2 Millionen (bei 9,8 Millionen geförderten Personen). Mit ein Hauptgrund hierfür sind die hohen Kosten: Eine Auswertung von Finanzwende kam 2020 zu dem Ergebnis, dass die sich bei einem durch-schnittlichen Riester-Vertrag nahezu auf ein Viertel der Bei-träge belaufen. Spitzenreiter sind hier die Versicherer mit bis zu 36-38% Kostenbelastung (Alte Leipziger, Generali, Provinzial, Stuttgarter). Die Angebote der Fondsgesell-schaften sind mit Kosten von im Schnitt knapp über 21% an den Beiträgen nur etwas günstiger. Die DWS und die Deka haben ihr Neugeschäft auch in den Jahren 2021/22 ganz eingestellt.

Noch ein paar allgemeine Zahlen für das Jahr 2023 (Bun-desministerium der Finanzen: Statistik zur privaten Alters-vorsorge, 16.05.2025): Im Schnitt wurde von den Riester-Sparern 876 Euro an eigenen Beiträgen geleistet. Vom 

Staat gab es dafür Zuschüsse in diesem Jahr in Höhe von 359 Euro (127 Euro Grundzulage, 135 Euro Kinderzulage, 97 Euro Steuerentlastung, also 29,9% Zulangen auf den Eigenbeitrag). Insgesamt wurden 58,4% Frauen gefördert, davon 83% mit Kinderzulage. Unter den geförderten Per-sonen hatten 72,7% ein Jahreseinkommen bis unter 50 T€. In der Auszahlungsphase befanden sich bereits 1,17 Mill. Verträge die insgesamt 1,91 Mrd. an Leistungen erhielten, also im Schnitt 1.637 Euro im Jahr 2023. Das Verhältnis (jährlich 876€ eigene Leistungen gegen 1.637€ Auszahlun-gen bis ans Lebensebene) erscheint attraktiv, allerdings lassen sich daraus keine Schlüsse auf die individuelle Rendite ziehen. Insgesamt hat der Staat von 2002 bis 2023 die Riester-Rente mit Zuschüssen in Höhe von 63,0 Mrd. Euro gefördert (ohne Steuererleichterungen).

Jetzt aber zu meinen Erfahrungen. Ich habe im Jahr 2002 bei der Union-Investment die UniProfiRente abgeschlos-sen, ein Fondssparplan mit flexibler Aktienquote durch Anlage in einen globalen Aktienfonds. Insgesamt habe ich bis 12/2025 in den Vertrag 42.143 Euro eingezahlt, das Maximum der förderbaren Beiträge. Vom Staat kamen dazu Zulagen in Höhe von 3.221 Euro (macht nur 7,6% meines Eigenbeitrags aus, die Kinderzulage geht allein in den Riester-Vertrag meiner Frau).

Per 31.12.2025 hat sich daraus ein Fondsvermögen von 112.151 Euro entwickelt. Das sieht schon mal nach einer ordentlichen Rendite von 6,38% p.a. für mich aus (trotz der bereits enthaltenen Kosten von 1,45% p.a.). Berücksichtigt man auch die staatlichen Beiträge, so macht die reine Anlagerendite 5,93% aus: Bei einer jährlichen Inflation von 2,48% im Schnitt der Jahre 2002 bis 2025 recht ansehnlich.

Erzielt wurde diese Wertentwicklung, indem das Riester-Vermögen durchweg mit einer hohen Aktienquote investiert war (im Minimum zu 94%). Das ist natürlich der Knackpunkt der positiven Entwicklung: Wenn es zeitnah zu Beginn ei-nes Vertrages zu hohen Verlusten am Aktienmarkt kommt, so muss das Fondsmanagement das Vermögen weitge-hend in risikoarme Anlagen wie Rentenfonds umschichten, um die Kapitalgarantie aufs Vertragsende gewährleisten zu können. Damit geht ein Großteil der Renditechancen ver-loren. (Um dem zu entgehen, hat die Union im Jahr 2017 auf eigenes Risiko eine garantierte Aktienquote für die UniProfiRente von mindestens 30% eingeführt). Das konnte bei mir wohl noch gerade so vermieden werden, obwohl der Aktienfonds Anfang 2003 bis zu 14,9% an Wert eingebüßt hat. Der große Einbruch mit über 40% Verlusten in der Weltfinanzkrise kam erst 2008/09, als mein Fondsvermö-gen schon genug Reserven aufgebaut hatte, um die Ver-luste ohne Gefährdung der Kapitalgarantie abzufedern.

Um das Fondsvermögen kurz vor Vertragsende nicht zu gefährden, habe ich dann aktiv im Februar 2024 komplett in Rentenanlagen umgeschichtet – nachträglich zu früh. Von der Union-Investment wird aber auch ein optionales Sicherungsverfahren der schrittweisen Umschichtung vier Jahre vor Beginn der Auszahlungsphase angeboten. So bleiben mir also 112,2 TEUR an Vermögen, dass jetzt in einen Auszahlungsplan bei der Union bis ins Alter von 85 Jahren fließt. Um das Langlebigkeitsrisiko darüber hinaus abzusichern, wird aber automatisch eine Rentenversiche-rung abgeschlossen, die bei mir das ersparte Kapital um 28% beschneidet. Insgesamt bekomme ich damit eine monatliche Rentenzahlung von 347 Euro aus meinem Riester-Vertrag bis an mein Lebensende (bzw. das meiner Frau, da sie den Vertrag erbt falls ich früher versterbe).

Wie das wirtschaftlich zu bewerten ist, hängt natürlich von der Lebenserwartung ab. Heute 63-jährige Männer können nach aktueller Sterbetafel im Schnitt 84,5 Jahre alt werden (bei Frauen sind das knapp 87 Jahre). Demnach würde ich bzw. meine Frau insgesamt statistisch gesehen 347 x 12 x 24 = 99,9 TEUR erhalten. Das ist versicherungstechnisch natürlich weniger als das heutige Riester-Vermögen von 112,2 TEUR, aber deutlich mehr als die von mir eingezahl-ten 42,1 TEUR. Anschaulicher sicher die Rechnung, wie lange ich oder meine Frau noch leben muss, um meine Beiträge ‚raus‘ zu haben. Das sind in einfacher Betrachtung 10,9 Jahre. Dabei wird allerdings der Zeitwert meiner Sparbeiträge bzw. die Inflation vergessen. Wird für die Zukunft eine 2%-tige Geldentwertung im Jahr unterstellt, so würde es noch 14,6 Jahre dauern, bis sich meine Einzah-lungen amortisiert haben, was also im Vergleich zu unserer Lebenserwartung positiv aussieht.

Ist die Riester-Rente also doch nicht so schlecht wie be-hauptet? Das hängt natürlich sehr vom Einzelfall, der Wahl 

der Vertragsart und vom ‚Timing‘ ab. Eine Studie des Insti-tuts für Vorsorge und Finanzplanung kommt für das Jahr 2020 auf Basis von 57.000 Riester-Verträgen in der Aus-zahlungsphase auf eine Nettorendite von 2,5% (inkl. Zula-gen). Für reine Versicherungsverträge hat Finanzwende 2024 für 19 Angebote eine Gesamtrendite von 0,8% ermit-telt. Diese renditeschwächere Form haben leider 66% der Riester-Sparer aus Scheu vor Aktienanlagen (oder auf-grund der Lobby- und Vertriebsmacht der Versicherer?) gewählt.

Für Fondslösungen gibt es keine umfassenden auf echten Verträgen basierende Studien. Gefunden habe ich nur eine Auswertung von Finanztest aus dem Jahr 2022 auf Basis von 67 laufenden Verträgen über die UniProfiRente. Dem-nach seien viele Union-Fondssparpläne bisher ‚gut‘ gelau-fen, da deren Fondsvermögen z.T. deutlich über der garan-tierten Summe aus Einzahlungen und Zulagen liegen würde. Für die UniProfiRente gab es in der Vergangenheit auch zahlreiche Empfehlungen von Finanztip und Stiftung Warentest. So ist die Union Marktführer im Segment der Riester-Fondssparplänen mit einem Marktanteil von 57%.

Also habe ich wohl zumindest auf das richtige Pferd ge-setzt. Aber um es noch mal herauszustellen: entscheidend war dabei, dass es in den ersten Jahren der Vertragslauf-zeit nicht zu einem starken Aktiencrash gekommen ist. Da-rauf haben die Branchenvertreter immer deutlich hingewie-sen: Die Kapitalgarantie ist das große Manko, das ertrags-reiche Anlagen auf lange Sicht verhindert. Die Kritik ist jetzt endlich angekommen. Nach dem erfolglosen Versuch von Christian Linder (FDP) zur Einführung eines Altersvorsorge-depots soll nun eine größere Reform der Riester-Rente kommen, welche die entscheidenden Punkte Kosten, Stan-dardisierung, einfache Förderung, Wahlfreiheit bezüglich der Kapitalgarantie und Flexibilisierung der Auszahlung adressiert.

Ein paar Zahlen für das Jahr 2023 zur Einschätzung der Größenordnungen:

  • Durchschnittlicher Eigenbeitrag in diesem Jahr von 876 Euro
  • Staatliche Zuschüsse 359 Euro (127 Euro Grundzulage, 135 Euro Kinderzulage, 97 Euro Steuerentlastung)
  • Von den geförderten waren 58,4% Frauen (83% mit Kinderzulage)
  • 1,17 Mill. Verträge waren bereits in der Auszahlungsphase mit durchschnittlich 1.637 Euro Leistungen im Jahr
Geplante Reform der Riester-Rente

Nach den Plänen der Bundesregierung soll es eine flexible Anlageform in Fonds oder preisgünstige ETFs geben, die ohne komplizierte einkommensabhängige Berechnungen bis zu einem jährlichen Gesamtbeitrag von 360 Euro direkt mit einem festen Prozentsatz von 50% jährlich gefördert werden. Für Beiträge darüber bis zu 1.800 Euro gibt es einen Fördersatz von 25%). So kommt ein maximaler Grundförderbetrag von 540 Euro im Jahr zusammen. Als Kinderzulagen kommen noch mal 100% der Eigenbeiträge oben drauf bis maximal 300 Euro pro Kind im Jahr (für einen Sparbeitrag von nur 25 Euro monatlich!).

Insgesamt werden damit gerade untere Einkommens-schichten besonders gefördert. Aber auch der maximale Grundförderbetrag von 540 Euro liegt deutlich über der bisherigen maximalen Grundförderung von 175 Euro. Eine Kapitalgarantie muss es nicht mehr geben, so dass auch reine (defensive) Aktienanlagen in Frage kommen. Anders als bisher sollen auch Selbständige in die Förderung ein-bezogen werden. Auch bezüglich der Verrentungspflicht soll es eine Optionsmöglichkeit für einen reinen Auszahlungs-plan bis mindestens ins Alter von 85 Jahren geben.

Wem das alles noch zu kompliziert ist, für den wird ein Stan­dard­depot geplant, bei dem es nur zwei Investment-Alternativen gibt: eine sicher­heits­orientierte und eine risi­koor­ientiertere. Hierfür wurde nach heftiger Kritik an dem vorgeschlagenen Kostendeckel von 1,5% p.a. die maxima-
len Kosten nun auf 1% p.a. begrenzt. Das ist für aktiv ge-managte Fonds und erst recht für die Versicherungsbran-

che schon eine spürbare Einschränkung. ETF-Anlagen in passiven Aktienfonds sind aber bereits heute für nur 0,20% an Gebühren im Jahr zu haben.

Die größte Kritik entzündet sich nun aber daran, dass es ein öffentlich organisiertes Standardprodukt neben den privatwirtschaftlichen Angeboten geben soll. Ordnungspo-litisch ist es natürlich heikel, wenn der Staat Gesetzgeber, Regulierer und gleichzeitig Wettbewerber wird. Ich denke, dass es nach den gewissen Kosten-Exzessen der Vergan-genheit vernünftig ist, hier eine strikte Kostenbremse zu setzen. Die privaten Anbieter können im Wettbewerb be-weisen, auch ein attraktives Standardprodukt anbieten zu können. Daneben bleiben ja noch die allgemeinen Alters-vorsorgedepots.      

Insgesamt ähnelt das Ganze dann schon dem erfolgreichen schwedischen Modell, bei dem allerdings 2,5% des gesetz-lichen Rentenbeitrags automatisch in eine ergänzende Kapitaldeckung fließen. Dabei kann aus 400 Aktienfonds oder standardisiert der kostengünstige Staatsfonds AP7 gewählt werden, der mit einem Volumen von 127 Mrd. Euro seit 2010 eine jährliche Rendite ca. 14% erzielt hat. Das interessante daran ist, dass alle Elemente, inklusive einer staatlichen Grundrente, verzahnt sind und so automatisch ein Ausgleich zwischen Ansprüchen und erwarteten Beitragseinnahmen hergestellt wird. In Deutschland bleibt es bei der Unabhängigkeit der drei Säulen, es gibt auch keine Grundrente und das Altersvorsorgedepot soll rein optional sein. So etwas ungeheuerliches wie ein Opt-Out-Modell, das nur auf expliziten Wunsch abgewählt werden kann, wagt die Bundesregierung der Bevölkerung wohl nicht zuzumuten …

In aller Kürze:

- Die Riester-Rente wurde 2002 als freiwillige private Altersvorsorge eingeführt. Mit den vielfältigen Möglichkeiten über Versicherungsverträge, Fondsanlagen, Banksparpläne und später auch Bausparkassenverträge gibt es mannigfaltige Produktvarianten und die Förderbedingungen sind komplex, da der zu leistende Eigenbeitrag vom Vorjahreseinkommen abhängt. Daneben müssen die einbezahlten Beiträge zum Laufzeitende garantiert werden, was das Produkt teuer und für die lang-laufende Altersvorsorge unattraktiv macht. Auf lange Sicht ist eigentlich keine Kapitalgarantie notwendig, da es z.B. in Deutschland historisch nie länger als 15 Jahre gedauert, bis der DAX nach einem extrem ungünstigen Einstiegszeitpunkt wieder im Plus lag.

- In der Spitze im Jahr 2017 liefen 16,6 Mill. Riester-Verträge (66% über Rentenversicherungen, 19% als Fondssparpläne). Seitdem ist das Interesse aber stark gesunken, mehr als ein Viertel der Verträge wurde bereits vorzeitig gekündigt. Besonders hat die Nachfrage bei Versicherungen nachgelassen. Viele Anbieter haben ihr Angebot auch ganz eingestellt, da in der Niedrigzinsphase die Beitragsgarantie nicht mehr darstellbar war. Der schlechte Ruf der Riester-Rente kommt auch von den hohen Kosten: Gemäß Finanzwende belaufen die sich bei einem durchschnittlichen Riester-Vertrag nahezu auf ein Viertel der Beiträge!

In meinen im Jahr 2002 bei der Union-Investment abgeschlossenen UniProfiRente-Vertrag habe ich insgesamt 42.143 Euro eingezahlt, das Maximum der förderbaren Beiträge. Vom Staat kamen dazu Zulagen in Höhe von insgesamt 3.221 Euro (nur Grundförderung). Per 31.12.2025 hat sich daraus ein Fondsvermögen von 112.151 Euro entwickelt, was einer Rendite von 6,38% p.a. für mich entspricht (inkl. Kosten). Erzielt wurde diese Wertentwicklung, indem das Riester-Vermögen trotz Kapital-garantie weitgehend in Aktien investiert bleiben konnte, auch wenn bereits kurz nach Vertragsbeginn und in der Weltfinanz-krise hohe Wertverluste verkraftet werden mussten.

- Das Fondsvermögen von 112,2 TEUR muss nun in einen Auszahlungsplan bei der Union und in eine Rentenversicherung über das Alter von 85 Jahren hinaus fliessen. Insgesamt bekomme ich damit eine monatliche Rentenzahlung von 347 Euro aus meinem Riester-Vertrag bis an mein Lebensende. Auf Basis meiner statistischen Lebenserwartung von 84,5 Jahren würde ich (oder meine Frau) insgesamt aus dem Vertrag 99,9 TEUR erhalten, bei nur 42,1 TEUR geleisteten Eigenbeiträgen. Unter Einbeziehung einer 2%-tigen Inflation in der Zukunft würde es 14,6 Jahre dauern, bis sich meine Einzahlungen 'amortisiert' haben.

- Insgesamt also eine sehr lohnenswerte Entwicklung. Das liegt aber vor allem an der Wahl eines Fondsparplanes und an der durchgängig hohen Aktienquote. Studien über die Performance von Riester-Verträgen kommen auf Netto-Renditen von 2,5% inkl. Zulagen bzw. auf 0,8% für reine Rentenversicherungsverträge (was leider die Mehrzahl der Riester-Sparer aus Scheu vor Aktienanlagen gewählt haben). Die von der Bundesregierung geplante Riester-Reform bzw. die Einführung eines Alters-vorsorgedepots lässt zumindest hoffen. Damit sollen die entscheidenden Punkte Kosten, Standardisierung, einfache Förde-rung, Wahlfreiheit bezüglich der Kapitalgarantie und Flexibilisierung der Auszahlung weitgehend adressiert werden.

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