In aller Kürze:
- Ausländische Unternehmen haben laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft im Jahr 2025 hochgerechnet 96 Mrd. Euro in Deutschland investiert, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr und mehr als der langjährliche Durchschnitt. Damit ist es auch zum ersten Mal sein 2023 (abgesehen von der Sondersituation des Corona-Jahres 2020) wieder zu einem Nettokapitalimport in Höhe von 10 Mrd. Euro gekommen.
- Interessant hier insbesondere, dass aus den USA 12,2 Mrd. Euro an Direktinvestitionen nach Deutschland geflos-sen sind, während von deutschen Unternehmen dort nur 10,8 Mrd. investiert wurden. Mit diesem Minus von 45% zum Vorjahr ist noch nichts von der gewünschten Wirkung der Politik von Donald Trump zu erkennen, Produktions- oder Firmenverlagerungen in die USA zur Vermeidung der hohen Importzölle zu erreichen. Im Gegenteil bremsen die wirtschaftlichen Unsicherheiten und die fehlende Planbarkeit in den USA die Kapitalimporte aus dem Ausland, trotz stark verbilligtem US-Dollar.
- Auf die Importe von Amerika haben die Zölle dagegen eine klar preissteigernde Wirkung. Laut einer Studie des Instituts für Weltwirtschaft wurden die neuen Importzölle zu 96% an die US-Käufer weitergegeben und haben damit zu der anhaltend hohen Inflation in den USA beigetragen. Zusammen mit dem schwachen USD, der ausländische Exporte verteuert, sind die Ausfuhren Deutschlands in die USA seit Amtsantritt von Donald Trump um 8,6% zurück-gegangen.
- Zu berücksichtigen dabei auch, dass das gesamte Handelsvolumen mit den USA nur 8,2% der deutschen Im- und Exporte im Jahr 2025 ausmacht. Über Zwei Drittel des Außenhandelsvolumens Deutschlands wird dagegen mit den Ländern Europas bestritten. So sind die deutschen Exporte sogar insgesamt im Jahr 2025 überraschend noch um 1% gestiegen, da die Ausfuhren nach Europa das deutliche Minus mit den USA und China ausgleichen konnten. Auch gehen die deutschen Direktinvestitionen zu über 70% ins europäische Ausland.
- Insgesamt sind die Bedeutung und Reputation der deutschen Wirtschaft aus der Sicht des Auslands damit gar nicht so schlecht. Wenn mehr Direktinvestitionen hereinfließen als umgekehrt so ist das ein positives Zeichen für die Attraktivität Deutschlands. Dazu trägt sicher auch das Investitionsprogramm der Bundesregierung im Rahmen des 500 Mrd.-Sondervermögens bei. Zudem scheint die Rechtssicherheit, hohe (relative) politische und wirtschaftliche Stabilität sowie die Freiheit der Forschung im globalen Wettbewerb zum Standortvorteil für Deutschland zu werden.
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