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NEWSLETTER 4/2026:
Ausländische Direktinvestitionen in Deutschland 2025 mehr als verdoppelt, während deutsche Unternehmen die USA eher meiden!

Donald Trump will mit seiner Zollpolitik ausländische Unternehmen dazu bewegen, mehr in den USA zu investieren. In 2025 ist das Gegenteil eingetreten. Trotz gedrückter wirtschaftlicher Stimmung in Deutschland haben sich die ausländischen Direktinvestitionen in deutsche Unter-nehmen im letzten Jahr mehr als verdoppelt. Dagegen sind die Investitionen von deutschen Firmen in den Vereinigten Staaten um 45% zum Vorjahr zurückgegangen. Das hat wohl nicht zuletzt mit der großen wirtschaftspolitischen Unsicherheit infolge des erratischen Agierens der US-Regierung zu tun. Unternehmen suchen eher Verlässlichkeit und Planbarkeit über mehrere Jahre in die Zukunft. Das finden Sie anscheinend eher in Deutschland, zumal das Investitions-paket der Bundesregierung lockt.

Datenquelle: Deutsche Bundesbank, Institut der Deutschen Wirtschaft
Verkehrte Welt: Ausländische Unternehmen haben laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft im Jahr 2025 hoch-gerechnet 96 Milliarden Euro in Deutschland investiert (Basis: Zahlen der Deutschen Bundesbank bis November 2025, siehe Erläuterungen zu Direktinvestitionen). Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr mit 43,4 Mrd. Euro und mehr als der jährliche Durchschnitt mit 64 Mrd. seit 2001. Damit hat sich der Saldo aus den Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen in Deutschland zu den Kapital-exporten deutscher Unternehmen ins Ausland (86 Mrd.) sogar ins Positive gedreht. Abgesehen von der Sondersi-tuation des Corona-Jahres 2020 (Nettozufluss von 27 Mrd., v.a. aufgrund von Liquiditätsstützungen ausländischer Konzernmütter, größerer Investitionen im Gesundheits-, IT und eAuto-/Batteriebereich z.B. von Tesla und der relativen Stabilität Deutschlands) ist es damit das erste Mal seit 2003 zu einem Nettokapitalimport gekommen. Sonst flossen im langjährigen Schnitt netto eher 33 Mrd. im Jahr aus Deutschland ab.

Besonders interessant sind hier die Investitionsströme der Unternehmen mit den USA. Für gewöhnlich liegen die Kapitalexporte deutscher Unternehmen in die USA etwas über den hiesigen Investitionen US-amerikanischer Firmen, im langjährigen Schnitt um die 5 Mrd. EUR. Im letzten Jahr wurden allerdings insgesamt nur 10,8 Mrd. von deutschen Unternehmen in den USA investiert, ein Minus von 45% zum Vorjahr und 39% weniger als im Schnitt der 10 Jahre zuvor. Gleichzeitig flossen aus den USA 12,2 Mrd. an Direktinvestitionen zu (v.a. im IT-Bereich und bei Energie-projekten). Entgegen den Zielen der Wirtschaftspolitik von Donald Trump sind verstärkte Produktions- oder Firmen-verlagerungen in die USA zur Vermeidung der hohen Importzölle damit (noch) nicht zu erkennen. Im Gegenteil bremsen die wirtschaftlichen Unsicherheiten und die fehlende Planbarkeit in den USA die Kapitalimporte aus dem Ausland, trotz stark verbilligtem US-Dollar.

Die Absicht, die industrielle Basis in den Vereinigten Staaten durch Investitionen ausländischer Unternehmen

wieder aufzubauen, scheint daher bisher nicht aufgegan-gen zu sein. In Bezug auf die Warenexporte in die USA ist die Wirkung der hohen Zölle dagegen sehr wohl zu spüren: Zusammen mit dem schwachen USD, der ausländische Exporte verteuert, haben sich die US-Importe im Oktober 2025 auf 332 Mrd. USD abgeschwächt (zu 364 Mrd. im Schnitt der 12 Monate zuvor). Gemäß dem IDW beträgt das Minus der deutschen Exporte in die USA seit Amtsantritt von Donald Trump 8,6%, dem stärksten Rückgang seit 2010 mit Ausnahme des Coronajahrs 2020. Auf die Be-schäftigung im Verarbeitenden Gewerbe der USA hatte dies allerdings noch keine positiven Auswirkungen. Diese sinkt seit einem Jahr um zuletzt 45.000 Industriejobs.
Dagegen erhöhen die Importzölle die Preise vieler Produkte und Vorprodukte in den Vereinigten Staaten. Die US-Infla-tion verharrt seit einem halben Jahr bei 2,7 bis 3,0% über dem angestrebten Ziel von 2 Prozent. Laut einer Studie des Instituts für Weltwirtschaft aus dem Januar wurden die neuen Importzölle zu 96% an die US-Käufer weitergege-ben, nur 4% durch die ausländischen Exporteure durch geringere Preise bzw.  Margen getragen. Nach dem Abbau der Lagerbestände aus den vorgezogenen Importen vor Inkrafttreten der Zölle könnte damit die Teuerung in den USA eher noch verstärkt werden. Das ist insgesamt (noch) alles andere als eine Erfolgsbilanz der amerikanischen Wirtschaftspolitik unter Trump.

Aus deutscher Sicht noch eine Einwertung zur Bedeutung des Außenhandels mit den USA. Während die Vereinigten Staaten als Einzelstaat zusammen mit China der wichtigste Handelspartner Deutschlands ist, macht das Handelsvo-lumen mit den USA nur 8,2% der gesamten deutschen Im- und Exporte im Jahr 2025 aus. Mit den EU 27-Ländern wurden dagegen 53,8% des Außenhandels abgewickelt. Für ganz Europa beträgt der Anteil über 2/3 des deutschen Außenhandelsvolumens. Bei den Direktinvestitionen sind die Relationen ähnlich. Mit den USA beträgt das gegensei-tige Volumen der Kapitalinvestitionen 11-13% der gesamten deutschen Direktinvestitionen. Dagegen werden mit den 

europäischen Ländern im Schnitt 70% aller Unternehmens-verflechtungen getätigt.

Insgesamt sind die Bedeutung und Reputation der deut-schen Wirtschaft aus der Sicht des Auslands damit gar nicht so schlecht. Wenn mehr Direktinvestitionen herein-fließen als umgekehrt so ist das eigentlich ein positives Zeichen für die Attraktivität Deutschlands. Dazu trägt sicher auch das Investitionsprogramm der Bundesregierung im Rahmen des 500 Mrd.-Sondervermögens bei. Zudem scheint die Rechtssicherheit, hohe (relative) politische und wirtschaftliche Stabilität, das Ausbildungslevel der Arbeits-kräfte sowie die Freiheit der Forschung im globalen Wettbe-werb zum Standortvorteil für Deutschland zu werden.

In die Vereinigten Staaten sind zumindest bisher noch nicht so viele Produktionsstätten oder ganze Firmen verlagert worden. Das könnte sich natürlich noch ändern, zumal der günstige US-Dollar Akquisitionen in den Staaten verbilligt. Das europäische Ausland ist für die deutsche Wirtschaft aber insgesamt bei weitem bedeutender als der Außen-handels- bzw. Investitionsstandort USA. So sind die deut-schen Exporte sogar insgesamt im Jahr 2025 überraschend noch um 1% gestiegen, da die Exporte nach Europa das deutliche Minus mit den USA und China ausgleichen konn-ten. Den europäischen Binnenmarkt gilt es also weiter zu fördern.

In aller Kürze:

- Ausländische Unternehmen haben laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft im Jahr 2025 hochgerechnet 96 Mrd. Euro in Deutschland investiert, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr und mehr als der langjährliche Durchschnitt. Damit ist es auch zum ersten Mal sein 2023 (abgesehen von der Sondersituation des Corona-Jahres 2020) wieder zu einem Nettokapitalimport in Höhe von 10 Mrd. Euro gekommen.

- Interessant hier insbesondere, dass aus den USA 12,2 Mrd. Euro an Direktinvestitionen nach Deutschland geflos-sen sind, während von deutschen Unternehmen dort nur 10,8 Mrd. investiert wurden. Mit diesem Minus von 45% zum Vorjahr ist noch nichts von der gewünschten Wirkung der Politik von Donald Trump zu erkennen, Produktions- oder Firmenverlagerungen in die USA zur Vermeidung der hohen Importzölle zu erreichen. Im Gegenteil bremsen die wirtschaftlichen Unsicherheiten und die fehlende Planbarkeit in den USA die Kapitalimporte aus dem Ausland, trotz stark verbilligtem US-Dollar.

- Auf die Importe von Amerika haben die Zölle dagegen eine klar preissteigernde Wirkung. Laut einer Studie des Instituts für Weltwirtschaft wurden die neuen Importzölle zu 96% an die US-Käufer weitergegeben und haben damit zu der anhaltend hohen Inflation in den USA beigetragen. Zusammen mit dem schwachen USD, der ausländische Exporte verteuert, sind die Ausfuhren Deutschlands in die USA seit Amtsantritt von Donald Trump um 8,6% zurück-gegangen.

- Zu berücksichtigen dabei auch, dass das gesamte Handelsvolumen mit den USA nur 8,2% der deutschen Im- und Exporte im Jahr 2025 ausmacht. Über Zwei Drittel des Außenhandelsvolumens Deutschlands wird dagegen mit den Ländern Europas bestritten. So sind die deutschen Exporte sogar insgesamt im Jahr 2025 überraschend noch um 1% gestiegen, da die Ausfuhren nach Europa das deutliche Minus mit den USA und China ausgleichen konnten. Auch gehen die deutschen Direktinvestitionen zu über 70% ins europäische Ausland.

- Insgesamt sind die Bedeutung und Reputation der deutschen Wirtschaft aus der Sicht des Auslands damit gar nicht so schlecht. Wenn mehr Direktinvestitionen hereinfließen als umgekehrt so ist das ein positives Zeichen für die Attraktivität Deutschlands. Dazu trägt sicher auch das Investitionsprogramm der Bundesregierung im Rahmen des 500 Mrd.-Sondervermögens bei. Zudem scheint die Rechtssicherheit, hohe (relative) politische und wirtschaftliche Stabilität sowie die Freiheit der Forschung im globalen Wettbewerb zum Standortvorteil für Deutschland zu werden.

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