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Geld ist nicht alles: Menschen aus christlich insb. katholisch geprägten Ländern sind im Schnitt glücklicher

Europa schneidet im World Happiness Report relativ gut ab

In dem überaus lesenswerten Buch ‚33 erstaunliche Lichtblicke‘ von Axel Bojanowski (2025) bin ich auf die Aussage gestoßen, dass Menschen in katholisch geprägten Ländern wie den spani-schen Kolonien in Südamerika auffallend glücklich sein sollen. Das hat mich natürlich interessiert, daher heute dieses Thema unter allen drei passenden Überschriften zum Aussuchen.

In der Tat kann man anhand des World Happiness Report der Vereinten Nationen diesen Glück-lichkeitseffekt weitgehend feststellen, auch wenn die ökonomische Situation mitberücksichtigt wird, die schon viel zur Lebenszufriedenheit beiträgt. Aber auch das Christentum allgemein ist hier signifikant, da viele protestantisch geprägte Länder wie aus Skandinavien immer sehr gut bei Glücklichkeit-Rankings abschneiden. Es scheint also eine kulturelle Leistung zu sein, dass Menschen mit den Werten und dem Gemeinschaftssinn wie des Christentums mehr Vertrauen und Zugehörigkeit empfinden. Dies völlig unabhängig wie man zum Christentum ansonsten steht: Die soziale Komponente ist bei der Lebenszufriedenheit wohl wesentlich.

Mit explizit Positivem in Bezug auf Deutschland scheint das Thema erst mal weniger zu tun zu haben. Aber mit den Werten Europas schon, vor allem im Hinblick auf die vertei-digungswürdigen Aspekte der westlichen Demokratien: Das Christentum und auch der Katholizismus scheinen mit dem Glücksempfinden der Menschen mehr zu tun zu haben als man erwartet. Das habe ich mir anhand des World Happi-ness Reports (https://www.worldhappiness.report/ed/2025) der Vereinten Nationen angeschaut, der seit 2012 jährlich erstellt wird. Die wichtigste Datenquelle ist dabei die Gallup World Poll, in dem die Befragten ihre derzeitige Lebenszu-friedenheit auf einer Skala zwischen 0 und 10 bewerten sollen. Die Rangliste zwischen aktuell 147 Ländern ergibt sich aus dem Dreijahresdurchschnitt dieser subjektiven Einschätzung der eigenen Lebensqualität. Analysiert werden die Zufriedenheitswerte dann anhand der sechs Erklärungsfaktoren:
  • Wirtschaftsleistung (BIP/Kopf nach Kaufkraftparitäten)
  • soziale Unterstützung (‚haben Sie jemanden, auf den Sie sich im Notfall verlassen können‘)
  • Lebenserwartung in Gesundheit
  • Freiheit, eigene Lebensentscheidungen treffen zu können
  • Großzügigkeit (Spendenbereitschaft)
  • Wahrnehmung von Korruption in Regierung und Wirtschaft.

Das Ranking des World Happiness Report 2025 führt bereits zum achten Mal Finnland an. Generell ist die hohe Glückseinschätzung in den skandinavischen Ländern bemerkenswert, mit noch dem niedrigsten Platz sieben für Norwegen. Das macht schon deutlich, dass es bei der Ein-

Quelle: World Happiness Report 2025. Die sechs Farbanteile zeigen wie hoch die sechs oben genannten Faktoren zum ‚Glückswert‘ des jeweiligen Landes beitragen, hellblau ganz rechts ist der unerklärte Teil

schätzung der Lebensbedingungen auch auf immaterielle Faktoren wie Vertrauen, Fairness und soziale Bindungen ankommt. In Finnland spielen hier v.a. das Freiheitsgefühl und die Nähe zur Natur eine Rolle. Zurück in den Top 5 sind in 2025 die Niederlande. Auffallend ist daneben der Aufstieg von Costa Rica (Platz 6) und Mexiko (Platz 10), die erstmals in die Top 10 kommen. Auch in Osteuropa setzt sich die positive Entwicklung der letzten Jahre mit Litauen (Platz 16), Slowenien (19) und Tschechien (20) fort. Österreich verliert dagegen drei Ränge und kommt jetzt auf Position 17. Insgesamt ist aber schon beachtlich, dass 14 der Top-20 Länder des Glücksrankings 2025 aus Europa kommen.

Deutschland folgt dahinter auf Platz 22, eine leichte Ver-besserung um zwei Plätze zum Vorjahr. In seinen besten Jahren (2020 und 2021) war Deutschland schon mal auf Platz 13, bevor es im Jahr 2023 auf Platz 24 abwärts ging. Diese Beobachtung, dass westliche Industrienationen in den letzten Jahren (deutlich) an Lebenszufriedenheit ver-loren haben, zeigt sich noch viel ausgeprägter an den USA (heute mit 24 niedrigste Platzierung seit Erhebungsbeginn, im Jahr 2022 noch Platz 15 bzw. Platz 11 zu besten Zeiten) und Kanada (heute Platz 18, war bis ins Jahr 2018 immer unter den Top 10).

Auch die Schweiz ist mit dem heutigen Platz 13 auffällig abgerutscht, immerhin war sie im Jahr 2019 noch auf Platz 3 und 2014 sogar auf dem Spitzenplatz. Großbritannien (23, beste Platzierung 13 im Jahr 2019), Frankreich (heute 33, 2021: Platz 20) und Italien (40, 2011: Platz 28) sind ebenfalls zurückgefallen. Im Gegensatz zu Polen, das sich in den letzten Jahren von Platz 48 auf 26 verbessern konnte. Am untersten Ende der Rangliste bleibt Afghanistan das unglücklichste Land der Welt, gefolgt von mehreren afrikanischen Staaten, Libanon und dem Jemen.

Im Jahr 2025 rangiert damit zum ersten Mal keines der großen Industriestaaten unter den Top 20 der glücklichsten Länder (früher waren es 3-4). Besorgniserregend ist hier vor allem, dass die Lebenszufriedenheit der unter 30-Jährigen generell stärker zurückgegangen ist als bei den Älteren. Deutschland kommt in dieser Altersgruppe nur noch auf Platz 47. In den Mittel- und osteuropäischen Län-dern (EU-Erweiterungsstaaten) ist das Glücksempfinden dagegen stark gestiegen – und das in allen Lebensalters-stufen, bei Jugendlichen ist es jetzt auf Westniveau. Auch in Ostasien hat das Glück in jedem Alter stark zugenom-

men, während es in Südasien und im Nahen Osten und Nordafrika gesunken ist.

Viele weitere interessante Aspekte sind dem umfangrei-chen World Happiness Report zu entnehmen, der jedes Jahr auch Zusatzthemen untersucht. So hat die Ungleich-heit der Glückswahrnehmung seit 2006-2010 in allen Re-gionen, mit Ausnahme von Europa, zugenommen. Hierbei scheint ein Aspekt entscheidend: Menschen sind tenden-ziell glücklicher in Ländern, in denen die Glücksempfindung homogener verteilt ist. Auffallend ist hierbei allerdings, dass Japan mit Platz 55 relativ schlecht bzgl. der Lebenszufrie-denheit abschneidet (bester Platz 43 im Jahr 2012). Hier spielen wohl die niedrigen Geburtenraten, langen Arbeits-zeiten, starren gesellschaftlichen Normen und auch Natur-katastrophen eine Rolle. Die Chinesen dagegen haben im Glücksranking 44 Plätze seit 2012 gutgemacht und landen heute immerhin auf Platz 68.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Was beeinflusst die Lebenszufriedenheit und hat das etwas mit Religiosität zu tun? Laut World Happiness Report haben sich die sechs oben genannten Faktoren als die mit dem durchweg größ-ten Erklärungsgehalt erwiesen. Sie vermögen zusammen mehr als ¾ der Unterschiede in den Lebensbewertungen zwischen den Ländern und über die Jahre hinweg zu erklä-ren (R2 der multiplen Regression von 0,76, alle Faktoren bis auf die Großzügigkeit signifikant auf dem 1% Niveau). Den größten Einfluss zeigen dabei die relative Wirt-schaftsleistung und die soziale Unterstützung. Das Re-siduum der Regression erhält man, indem man von dem in der Grafik hellblau dargestellten Restanteil dessen Mittel-wert abzieht.   

Die Lebenszufriedenheit zeigt sich demnach, neben den objektiven Faktoren der Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung und der Lebenserwartung, stark auch mit subjektiveren Aspek-ten wie der politischen Freiheit, der Gerechtigkeit in der Ge-sellschaft und mit einem funktionierenden Gemeinwesen korreliert. Das erklärt auch noch einmal das gute Abschnei-den der skandinavischen Länder: Neben einem ausgepräg-teren Wohlfahrtsstaat und geringerer Einkommensunter-schiede ist dort auch das Gefühl der Zusammengehörigkeit und die Bereitschaft größer, einander zu helfen. Auch das gemeinsame Essen hat Einfluss auf das Wohlbefinden, so viel wie das Einkommen. Das scheint auch eine der Fak-toren zu sein, die das gute Abschneiden der lateinameri-kanischen Länder mit zu erklären vermag.

Damit zur Religiosität und meiner eigenen Datenanalyse. Ich habe für 76 Länder die Werte für das BIP/Kopf und den Anteil der Christen, Katholiken und Buddhisten an der Be-völkerung den Zufriedenheitswerten des World Happiness Report 2025 in diesen Ländern gegenübergestellt. Die ein-fache Korrelation des Anteils der Christen an der Bevölke-rung dieser Länder mit deren Glückseinschätzung ergibt einen Koeffizienten von 0,45. Der Anteil der Katholiken eines Landes korreliert noch mit 0,32.

Dieser Zusammenhang könnte aber auch nur daher kom-men, dass die Wirtschaftsleistung eines Landes bereits viel von dessen Lebensbedingungen erklärt und christliche Län-der einfach wohlhabender sind (Scheinkorrelation). Daher ist die Korrelation des Residuums der Regression
(= nicht erklärter Teil) des BIP/Kopfs auf den Glückswert (R2 von 0,42) aussagekräftiger: Sie beträgt bzgl. des Christenan-teils aber auch 0,45 und bzgl. des Katholikenanteils sogar 0,35. Ein gewisser Erklärungsgehalt ist also gegeben.

Interessant ist aber v.a., wenn man sich den Zusammen-hang grafisch betrachtet: Hier fallen zum einen die grün markierten skandinavischen Länder auf, die (bis auf Norwegen wegen seiner hohen Öl-/Gaseinnahmen) sogar einen höheren Glückswert aufweisen, als ihre (bereits überdurchschnittliche) Wirtschaftsleistung rechnerisch ergibt. Dies spricht für einen positiven Einfluss des in diesen Ländern vorherrschenden protestantischen Glau-bens, wobei es auch Stimmen gibt, die in Skandinavien (wie auch den Niederlanden, der Schweiz und Neuseeland) eher säkulare Tendenzen vorherrschend sehen (Phil Zuckerman, 2023).

Bei den katholisch geprägten europäischen Ländern ist das Bild etwas gemischt. Während Litauen, Polen, Slowenien, Belgien und Spanien (sowie Kanada) sich mit einem relativ hohen Katholikenanteil durch eine erhöhte Lebenszufrie-denheit in Relation zum BIP/Kopf auszeichnen, so ist das bei Italien, Malta und Portugal nicht der Fall (hier sieht Fechtenhauer v.a. traditionellere gesellschaftliche Normen, 

höhere Ungleichheit zwischen Männern und Frauen und wirtschaftliche Gründe, allerdings für 2015er-Daten).

Hinsichtlich Irlands und Luxemburgs (sowie der Schweiz und den USA) ist das BIP/Kopf allerdings so überdurch-schnittlich hoch, dass deren Zufriedenheitswerte das bei weitem nicht widerspiegeln, unabhängig von der Gläubig-keit. Ebenso ist Griechenland im Negativen auffällig, was sich aber sicher mit der zurückliegenden Staatsschulden-krise erklärt. Nimmt man diese Länder aus, so errechnet sich eine Korrelation der Glücks
einschätzung von 0,51 mit dem Anteil der Christen in den betrachteten Ländern bzw. von 0,45 mit dem Anteil der Katholiken.    

Besonders interessant sind noch die Philippinen: Das einzige stark katholisch geprägte Land in Asien kommt auf ein relativ hohes Glücksempfinden (deutlich über z.B. Tunesien, Ägypten oder Indonesien auf dem gleichen BIP/ Kopf-Level). Damit zum stärksten empirischen Argument für die Bedeutung des Katholizismus für die Lebenszufrieden-heit: Alle ehemaligen Kolonien Spaniens und Portugals v.a. in Lateinamerika, in denen der katholische Glaube heute noch eine große Rolle spielt, weisen ein überdurchschnitt-liches Glücks-Ranking auf. Und das gerade nach Abzug des Erklärungsgehalts des BIP/Kopf, das in diesen Ländern nicht gerade zu den höchsten der Welt zählt. So liegen z.B. Costa Rica und Chile auf dem gleichen pro Kopf BIP-Level wie die Türkei, bei deutlich höheren Glückswerten (das gleiche gilt für Honduras zu Indien).

Das wird in der Regel darauf zurückgeführt, dass in Latein-amerika zwischenmenschliche Beziehungen und die Fami-lie sowie eine positive Lebenseinstellung mit Freude an Musik und Kultur einen hohen Stellenwert haben. Oft trägt dort auch ein freundliches Klima zur Lebensqualität bei. Was sonst noch auffällt: Die beiden stark buddhistischen Länder Thailand (92% Buddhisten) und Vietnam (39%) schneiden in Relation zu ihrer Wirtschaftskraft verhältnis-mäßig gut bzgl. Ihrer Glückseinschätzung ab (Malaysia, Japan, Singapur kommen noch auf 20-30% Buddhisten-Anteil).

Also gibt es zahlreiche gute Beispiele dafür, dass Gläubig-keit – hier v.a. das Christentum und der Bhuddhismus – zu einer gewissen Lebenszufriedenheit beitragen kann. Das soll andere Religionen nicht mit Unglücklichkeit in Verbin-dung bringen: Bei den hier weniger betrachteten afrikani-schen und islamischen bzw. hinduistischen Ländern (auch Isreal wurde ausgeklammert) sind die wirtschaftlichen Be-dingungen häufig ungünstig und es gibt zahlreiche Kon-flikte, gerade auch aus Religionsgründen.

Ansonsten scheinen christliche (und buddhistische) Länder und in Teilen gerade katholisch geprägte Gesellschaften im Schnitt von der kulturellen und wertestiftenden Funktion der Religion zu profitieren. Das hat sicher viel mit der sozialen Bindungskraft (religiöser) Gemeinschaften, Nächstenliebe, Wohltätigkeit und der Bedeutung von Gerechtigkeit und Menschenwürde zu tun. Religion scheint positive Lebens-kraft und eine gewisse Struktur und Sinnstiftung im Alltag zu geben.

Überprüft werden kann die These des Zusammenhangs der Lebenszufriedenheit mit der Gläubigkeit noch mittels des durch den World Happiness Report nicht erklärten Anteils der Glücklichkeitseinschätzung. Dieses Residuum der Regression auf die sechs oben genannten Erklärungsfak-toren korreliert mit dem Anteil der Christen eines Landes mit 0,41, mit dem Katholiken-Anteil zu 0,34. Dieses Krite-rium hat also schon eine ordentliche zusätzliche Erklä-rungskraft zu dem bereits gutem R2 von 0,76. Für den World Happiness Report ist das Attribut der Religiosität bzw. erst recht des Christentums aber sicher zu heikel, um es offiziell als Einflusskomponente für die Glücklichkeit eines Landes aufzunehmen!

Zum Schluss noch ein tabellarischer Überblick über die Entwicklung des Rankings und der Einschätzung der Le-benszufriedenheit über die Zeit hinweg. Bildet man einen Durchschnitt über die Weltregionen, so wird noch einmal deutlich, dass sich die mittel-/osteuropäischen Länder im Zeitraum von 2012 bis 2025 um stolze 20,4% in der Glück-lichkeitseinschätzung verbessert haben. In Asien und Südamerika sind das noch +6,6% bzw. +5,8%. Nordameri-ka hat sich dagegen um 4,7% verschlechtert. Europa als Ganzes zeigt damit mit einer Erhöhung der Lebenszufrie-denheit um +5,9% noch eine sehr ordentliche Entwicklung. Und Deutschland schneidet hier mit einer Verbesserung um +2,8% so gut ab wie kein anderes, großes Land in (West-) Europa. Na, da habe ich doch noch was Positives ge-funden…

 
In aller Kürze:

- Der World Happiness Report der Vereinten Nationen wird seit 2012 veröffentlicht und enthält eine Rangliste von aktuell 147 Ländern zur subjektiven Einschätzung deren Lebensqualität. Analysiert werden die Zufriedenheitswerte dann anhand der sechs Faktoren Pro-Kopf-Einkommen, soziale Unterstützung, Lebenserwartung in Gesundheit, (Entscheidungs-)Freiheit, Großzügigkeit und Ausmaß von Korruption. Mit diesen Einflusskomponenten lassen sich mehr als ¾ der Unterschiede in den Lebensbewertungen zwischen den Ländern erklären. Die Glückswahrnehmung zeigt sich demnach, neben den objektiven Faktoren wie Wirtschaftsleistung und Lebenserwartung, stark auch von subjektiveren Aspekten wie der politischen Freiheit, der Gerechtigkeit in der Gesellschaft und v.a. einem funktionierenden Gemeinwesen beeinflusst.

- Das erklärt auch das gute Abschneiden der fünf skandinavischen Länder, die in 2025 auf die Plätze 1 bis 4 und 7 kommen. Nur die Niederlande und Costa Rica (!) schieben sich dazwischen. Auffallend ist auch Mexiko, dass erstmals unter die Top 10 kommt. Auch in Osteuropa setzt sich die positive Entwicklung der letzten Jahre fort (z.B. Litauen auf Platz 16, Tschechien auf 20, Polen auf 26). Insgesamt kommen 14 der Top-20 Länder des Glücksrankings 2025 aus Europa. Deutschland folgt auf Platz 22 (zwei Plätze zum Vorjahr verbessert, war aber 2020/21 schon auf Platz 13).

- Diese Beobachtung, dass westliche Industrienationen in den letzten Jahren (deutlich) an Lebenszufriedenheit verloren haben, zeigt sich noch viel ausgeprägter an den USA mit Platz 24 (war 2022 noch Platz 15 bzw. Platz 11 zu besten Zeiten) und Kanada (heute 18, bis 2018 immer unter den Top 10). Auch die Schweiz ist mit dem heutigen Platz 13 auffällig abge-rutscht (2019 noch Platz 3 und 2014 Spitzenreiter). Großbritannien (23), Frankreich (33), Italien (40) und Japan (55) sind ebenfalls zurückgefallen, so dass zum ersten Mal keines der großen Industriestaaten unter die Top 20 der glücklichsten Länder kommt. Nach Weltregionen in meiner Auswertung von 76 Ländern haben die positivste Entwicklung seit 2012 Mittel-/Osteuropa (+20,4%), Asien (+6,6%) und dann schon ganz Europa mit +5,9% knapp vor Südamerika (+5,8%) genommen. Verschlechtert hat sich dagegen Nordamerika um -4,7% (über alle 57 Länder: +3,4%).

- Bei der Analyse von 76 ausgewählten Ländern zeigt sich doch etwas überraschend, dass der Anteil der Christen an der Bevölkerung eines Landes einen nicht geringen Erklärungsgehalt für die Zufriedenheitswerte hat (Korrelation von 0,45). Damit der Einfluss der Wirtschaftsleistung eines Landes ausgeklammert wird (mögliche Scheinkorrelation), habe ich auch das Residuum der Regression (= nicht erklärter Teil) des BIP/Kopfs auf den Glückswert betrachtet: Dieses korreliert mit dem Christenanteil immer noch mit 0,45 und auch mit dem Anteil der Katholiken zu 0,35. Auch über alle Länder hinweg hat das Christentum (bzw. der Katholikenanteil) noch eine ordentliche zusätzliche Erklärungskraft für den im World Happiness Report nicht durch die sechs genannten Faktoren zu erklärenden Anteil der Glückeinschätzung.

- Ein paar interessante Einzelergebnisse: Die skandinavischen Länder mit dem vorherrschenden protestantischen Glauben weisen sogar ein höheres Glücksempfinden auf, als ihre Wirtschaftsleistung rechnerisch ergibt. Bei den katholisch geprägten europäischen Ländern zeigen (nur) Litauen, Polen, Slowenien, Belgien und Spanien (sowie Kanada) eine erhöhte Lebenszu-friedenheit in Relation zum BIP/Kopf auf, Italien und Portugal liegen darunter. Bei Irland, Luxemburg, der Schweiz und den USA fällt auf, dass deren Zufriedenheitswerte die sehr hohe Wirtschaftsleistung bei weitem nicht widerspiegeln. Besonders interessant noch das hohe Glücksranking der Philippinen als einziges katholisch geprägtes Land in Asien. Am meisten auf-fallend aber, dass alle ausgesprochen katholischen ehemaligen Kolonien Spaniens und Portugals in Lateinamerika eine weit überdurchschnittliche Lebenszufriedenheit aufweisen. Also gibt es zahlreiche gute Beispiele dafür, dass Gläubigkeit – hier v.a. das Christentum bzw. der Katholizismus – zum Glücksempfinden zumindest beitragen kann.

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