Das Wichtigste zuerst in Kurzform
Im 1. Halbjahr 2026 haben die Investitionen in die KI-Infrastruktur 30-50% zum Wirtschaftswachstum in den USA beitragen. Auch in den hohen Gewinnerwartungen für die amerikanischen Aktienwerte über die nächsten 5 Jahre von jährlich +25% drücken sich die hohen Erwartungen an die KI-Revolution aus und tragen zu Höchstständen an den Aktienmärkten bei, trotz weltweiter Krisen und Inflationsgefahren.
Die erhofften Effizienz- und Produktivitätssteigerungen durch KI lassen sich auf Mikroebene und bei spezifischen Aufgaben bereits deutlich erkennen: So können Programmierer ihre Aufgaben dank KI-Assistenten zwischen 10 und 46% schneller erledigen, Im Kundenservice z.B. in Callcentern steigt der Support-Durchsatz um durchschnittlich 14%.Im Schnitt über alle Beschäftigte und Arbeitsfelder werden aber derzeit nur 1,4% der gesamten Arbeitsstunden durch KI eingespart. Über 80% der Unternehmen geben auch an, dass sie noch keine messbaren Effekte auf das Geschäftsergebnis sehen.
Verschiedene Studien zu möglichen Produktivitätssteigerungen in der Gesamtwirtschaft kommen auf Potenziale zwischen 0,07 und 1,3% pro Jahr, wobei der Hochpunkt des KI-induzierten Produktivitätswachstums nicht vor Anfang der 2030er Jahre erwartet wird.
Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis die KI-Agenten und die industrielle KI in allen Unternehmensanwendun-gen angekommen und die Arbeitsprozesse soweit umstrukturiert sind, dass die KI wirklich effektiv eingesetzt werden kann. Der entscheidende Faktor wird dabei der Mensch sein: Wie werden die Mitarbeiter mitgenommen und geschult, dass sie KI gezielt in den Aufgaben einsetzen, die den größten Nutzen erbringen.
Hoffnungen darauf, dass durch eine KI-bedingte Wachstumsbeschleunigung die wirtschaftlichen Probleme der Gegenwart wie die steigende Inflation, das geringere Arbeitsangebot durch Demographie und weniger Zuwanderung sowie die galoppierende Staatsverschuldung gelöst werden können, sind da wohl überzogen.
Auf kürzere Sicht steigt durch den KI-Boom sogar erst mal die Inflation: Die hohe Nachfrage hat die Preise für essentielle Elektronikvorprodukte wie Chips, Speicher und Batterien bereits deutlich in die Höhe getrieben. Das trifft mittlerweile auch Konsumgüter wie Unterhaltungselektronik, PCs, USB-Sticks und Smartphones. Auch werden die Strompreise durch den Bauboom von KI-Rechenzentren angetrieben. Bleibt die Hoffnung, dass der technologische Fortschritt und die langfristigen Effizienzgewinne der KI auf die Preisentwicklung in Zukunft eher disinflationär wirken.
Bensheim, den 3. September 2026