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Unerschöpfliche Energie mit Kernfusion: Steht das erste Fusionskraftwerk in Deutschland?

Es ist der langgehegte Traum gerade in der aktuellen Energiekrise: Unerschöpfliche, CO2-freie Energie, die wie die Sonne Wasserstoffatome verschmilzt und nur schwach strahlenden Atommüll hinterlässt. In letzter Zeit wird wieder verstärkt darauf gehofft, dass die Kernfusion bald möglich sein wird. Gerade in Deutschland wird hier viel geforscht und gefördert. Können wir dabei die ersten sein denen das gelingt? Bis zur ersten Funktionsreife werden wohl noch mindestens 10 – 20 Jahre vergehen. Und um einen signifikanten Beitrag zu unserer Energieversorgung in der Praxis zu spielen wird es sicher noch länger dauern. Aber die Kreativität und Risikobereitschaft von Start-Ups hat hier neuen Schwung in dieses Forschungsgebiet gebracht.

   Quelle: Hat Kernfusion eine Zukunft? – quarks.de, 08.07.2025
Schon seit Milliarden von Jahren scheint unsere Sonne, weil im Inneren Kernfusion stattfindet. Wasserstoffkerne verschmelzen dort zu Heliumkernen und durch die leicht reduzierte Masse werden enorme Mengen an Energie freigesetzt. Nachdem Wissenschaftler in der 1920er Jahren diese Wirkungsweise verstanden hatten, besteht der Traum, eine solche künstliche Sonne auf der Erde nachzu-bauen und damit eine fast unerschöpfliche Energiequelle zur Verfügung zu haben: Ein Gramm ‚Brennstoff‘ in einem hypothetischen Kernfusionsreaktor würde so viel Leistung erbringen wie die Verbrennungswärme von elf Tonnen Kohle.

Daneben wäre Kernfusionsenergie an sich CO2-frei und mit weniger Gefahren für Umwelt und Mensch verbunden: Es entsteht schwach- bis mittelradioaktiver Atommüll mit Halb-wertszeiten nur von Jahrzehnten bis etwa 100 Jahren. Zu-dem ist eine Kernschmelze wie bei der Atomspaltung aus-geschlossen, da es physikalisch zu keiner Kettenreaktion kommen kann. Bei einer Störung würde die Reaktion sofort stoppen, da die extremen Bedingungen an Temperatur und Druck im Reaktor nicht aufrechterhalten werden können. Auch wäre damit unmittelbar die Wärmeerzeugung unter-brochen, so dass es nicht zu Explosionen durch Dampf oder Wasserstoff wie bei der Kernspaltung kommen kann.

Jahrelange Versuche, die Energiegewinnung mittels Kern-fusion zu ermöglichen, sind aber bislang an den enormen physikalischen und technischen Voraussetzungen geschei-tert. Im Jahr 2022 konnte dann endlich ein wichtiger Durch-bruch in der Kernfusions-Forschung erzielt werden. Am US-amerikanischen Forschungsinstitut NIF wurde erstmals eine kontrollierte Kernfusion unter Laborbedingungen in Gang gesetzt, die 1,5mal mehr Energie freisetzte als sie zur Zündung bedurfte. Das Verhältnis konnte in der Zwischenzeit sogar auf gut 4:1 gesteigert werden.

Allerdings verbraucht die gesamte Anlage zur Erzeugung der Laserenergie bzw. zur Erhitzung des Plasmas (siehe

Erläuterungskasten) immer noch ein Vielfaches an Energie was letztendlich erzeugt wird. Und für den Betrieb eines echten Kraftwerkes muss das Plasma dauerhaft aufrecht-erhalten werden. Das gelang in China im Jahr 2022 schon für 17 Minuten. Den aktuellen Weltrekord hält eine franzö-sische Forschungseinrichtung mit über 22 Minuten bei einer Temperatur von 50 Millionen Grad Celsius. Die höchste Temperatur über eine längere Zeit erreichte ein südkorea-nischer Reaktor mit 100 Millionen Grad Celsius für 48 Se-kunden.

Daran werden schon die extremen Anforderungen an Technik und Materialien deutlich. So gibt es genug Kritiker und Zweifler, ob es in absehbarer Zeit gelingen wird, mit der Kernfusion wirtschaftlich sinnvoll Energie erzeugen zu können. In einem aktuellen Gutachten der Akademie für Technikwissenschaften im Auftrag des Forschungsminis-teriums halten 20 Top-Wissenschaftler den Start eines Fusionskraftwerkes bereits im Jahr 2045 nur durch die massive Beschleunigung der Umsetzungsschritte und Bündelung von Ressourcen für möglich. Besonders kri-tische Engpässe seien der Bau der Neutronenquellen, die Entwicklung der Materialen welche die enorm hohen Temperaturen im Reaktorinnern dauerhaft aushalten, die ‚Erbrütung‘ des benötigten Tritiums sowie die Skalierung der Komponentenfertigung.

Daneben verweisen die Studienautoren auf die für den Aufbau industrieller Kapazitäten notwendigen Fachkräfte sowie auf den geschätzten Investitionsaufwand für die gesamte Infrastruktur im mehrstelligen Milliardenbereich. Das DIW kommt zu einem ähnlichen Ergebnis und sieht in absehbarer Zeit keinen Beitrag der Kernfusion zur Energie-versorgung oder zur Energiewende. Wenn die Kernfusion unter großen Anstrengungen vielleicht 2040 oder 2050 in größerem Maßstab möglich sein wird, will Deutschland eigentlich schon sehr weit sein mit dem Umstieg auf rein Erneuerbare Energien. Dann brächte man die Kernfusion eventuell gar nicht mehr.

Wie funktioniert Kernfusion auf der Erde?

Bei der Kernfusion wird die Arbeitsweise der Sonne kopiert. Unter extrem hohen Druck von rund 200 Milliarden Bar und bei gut 15 Millionen Grad Celsius verschmelzen dort Wasserstoffatomkerne zu Helium und setzten dabei enor-me Energie frei. Unter diesen Bedingungen liegt die Ma-terie als Plasma vor, das heißt, Elektronen und positiv geladene Atomkerne (Protonen) sind nicht mehr aneinan-der gebunden (das ist der vierte Aggregatzustand neben fest, flüssig und gasförmig, wie er z.B. auch in Leuchtstoff-röhren vorkommt). Auf der Erde ist es nicht möglich, den Druck der Sonne zu reproduzieren. Um einen Fusions-prozess zu erzeugen, muss der fehlende Druck daher mit Temperaturen von bis zu 150 Millionen Grad kompensiert werden, zehnmal heißer als das Innere der Sonne.

Da gewöhnlicher Wasserstoff zudem auf der Erde zu langsam reagieren würde, wird stattdessen sogenannter schwerer und überschwerer Wasserstoff genutzt, genannt Deuterium und Tritium. Deuterium ist nicht radioaktiv und kommt in großen Mengen in den Ozeanen vor. Tritium ist dagegen radioaktiv und muss erst künstlich in Reaktoren hergestellt werden, indem ein Lithium-Isotop mit Neutronen bestrahlt wird. Beim Fusionsprozess selber entsteht ein nicht radioaktiver Heliumkern und ein Neutron, welches mit enormer Geschwindigkeit auf das umschließende Wand-material trifft und es dadurch leicht radioaktiv aktiviert. Die


entstehende Hitze soll dann einfach in einem konventionel-len Kraftwerk zur Stromerzeugung genutzt werden.

Erforscht werden derzeit zwei Arten der Kernfusion. Bei der ersten Methode, der laserbasierten Trägheitsfusion, werden winzige Brennstoffkapseln nur für wenige Nanosekunden mit Hilfe von Lasern in den benötigten Zustand versetzt. Im Jahr 2022 gelang es der US-amerikanischen Forschungs-einrichtung NIF zum ersten Mal, hiermit in einem Experi-ment 50 Prozent mehr Energie zu erzeugen als der Laser benötigte. Eingesetzt wurde hierbei der leistungsstärkste Laser der Welt in der Größe von drei Fußballfeldern!

Bei der zweiten Methode wird das Plasma durch extrem starke Magnetfelder erzeugt. Der in Frankreich entstehende Magnetfusionsreaktor ITER, ein Gemeinschaftsprojekt von EU, USA, China, Indien, Südkorea, Japan und Russland, ist der größte und teuerste seiner Art. Zwar wird erwartet, dass ITER einmal mehr Energie erzeugen kann, als für Start der Reaktion und Erhaltung des Plasmas notwendig sind. Die Anlage insgesamt wird aber noch immer mehr Energie verbrauchen als produzieren. In Deutschland be-schäftigt sich das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik intensiv mit der Forschung in diesem Bereich und betreibt zwei Versuchsreaktoren.

Woher kommt dann eigentlich die aktuelle Euphorie? Neben den ersten wirklichen Durchbrüchen der Nettoer-zeugung von Energie im Zündungsprozess unter Laborbe-dingungen sind es zwei wohl Aspekte: Zum einen hat die Politik angesichts der multiplen Energiekrisen, hohen Energiepreisen gerade in Deutschland und wachsender globaler Risiken die Kernfusion verstärkt als strategische Zukunftstechnologie entdeckt. Um den Energiebedarf bei Verbrauchsspitzen zu decken oder wenn Erneuerbare zu wenig liefern sind grundlastfähige Alternativen vonnöten, am besten weitgehend unabhängig von ausländischen Rohstoffen.

So will die Bundesregierung in den nächsten drei Jahren rund 2,4 Milliarden in die weitere Erforschung der Kernfu-sion stecken. Sie wird als eine der sechs Schlüsseltechno-logien angesehen, mit denen Deutschland wieder zur Welt-spitze aufsteigen soll (KI, Quantentechnologie, Mikroelek-tronik, Biotechnologie, umweltfreundliche Mobilität sowie Energieerzeugung). Im Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung steht, dass in Deutschland das erste Fusionskraftwerk weltweit an den Start gehen soll. 

Der zweite Grund ist das zunehmende Interesse privater Firmen an der Kernfusion. Seit einigen Jahren sind zahl-reiche Start-Ups gegründet worden, die mit neuen Ideen, großem Elan und mit Fokus auf umsetzbaren Technologien Millionenmittel von privaten Investoren anlocken konnten. Und dies mit der bloßen Aussicht auf eine mögliche kom-merzielle Nutzung in der Zukunft. Dennoch macht dies einen entscheidenden Unterschied zu den großen staat-lichen Forschungsprojekten. So wurde mit dem Bau des internationalen Demonstrationsreaktors ITER (siehe Erläu-terungskasten) bereits im Jahr 2010 begonnen, das erste Plasma sollte ursprünglich 2018 erreicht werde, was dann

um sieben Jahre auf 2025 verschoben wurde. Heute geht man davon aus, dass Forschungsarbeiten am Plasma erst im Jahr 1934 beginnen können, da sollte der ganze Reaktor eigentlich schon arbeiten.

Start-Ups arbeiten und fokussieren da anders. Es wird klar auf verwertbare Ergebnisse abgezielt und bei Misserfolg auch schnell neue Wege beschritten. Das müssen dann auch nicht gleich fertige Kraftwerke sein, sondern auch wichtige Fortschritte z.B. in Lasertechnologie oder bei Hochtemperatur-Superleitern bringen uns weiter. Es gibt heute je nach Zuordnung zwischen 45 und 80 Jungfirmen, die sich mit Kernfusionstechnologie beschäftigen. Nach Arthur D. Little haben Fusions-StartUps bis 2024 eine Investitionssumme von weltweit 7,5 Milliarden USD einge-sammelt, für das Jahr 2025 sind 2,6 Milliarden USD dazu gekommen.

Vier erfolgversprechende Start-Ups in diesem Bereich kommen aus Deutschland: Proxima Fusion (München, Ausgründung des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik) und Gauss Fusion (Hanau, enge Kooperation mit europäi-schen Forschungseinrichtungen) arbeiten mit starken Magnetfeldern, um das Plasma einzuschließen. Marvel Fusion (München) und Focused Energy (Darmstadt) nutzen Lasertechnologie. Marvel wurde z.B. vom Handelsblatt als StartUp des Jahres 2025 in der Kategorie Energie ausge-zeichnet. In der letzten B-Finanzierungsrunde wurden insgesamt 113 Mill. Euro an Eigenkapital neu eingesam-melt. Beteiligt an Marvel sind jetzt u.a. die Deutsche Telekom und Siemens Energy Ventures. Ein wichtiger Technologiepartner im Bereich der Hochleistungslaser ist Trumpf, genauso wie für Focused Energy, an denen z.B. auch RWE beteiligt ist. Zuletzt hat das Land Hessen 20 Mio. Euro neu in Focused Energy investiert.

Die Start-Ups haben sich anspruchsvolle Ziele gesetzt: Marvel will bereits Anfang der 30er Jahre einen Prototyp am Laufen haben, mit dem zum ersten Mal die Schwelle zur Energiegewinnung überschritten werden soll. Proxima plant schon konkret bis Anfang der 2030er Jahre in Garching bei München für rund zwei Milliarden Euro einen Forschungsreaktor zur Kernfusion. Am 28.02.2026 unter-zeichneten hierzu Vertreter der bayerischen Staatsregie-rung, das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik und RWE mit Proxima eine Absichtserklärung. Genauso plant Focused Energy bis Mitte der 2030er Jahre das weltweit erste laserbasierte Fusionskraftwerk zusammen mit der TU Darmstadt und RWE am ehemaligen Kernkraftwerks-standort in Biblis. Ehemalige Standorte von Kernkraft- und Kohlekraftwerken eignen sich wegen der vorhandenen Infrastruktur, der Anbindungen ans Strom- und Schienen-netz sowie der Flächengröße besonders gut für zukünftige Fusionsanlagen.

Die Bunderegierung hat für ihren ‚Aktionsplan Fusion‘ im März d.J. nun erste Details veröffentlicht. Demnach sollen drei sogenannte Hubs geschaffen werden: für Magnet-fusion, für Laserfusion und zu Brennstoffkreislauf sowie Materialentwicklung. Das Rennen vor allem zwischen Bayern und Hessen ist auch schon entbrannt, um die Fördermittel oder auch wer es als erster schafft, einen funktionsfähigen Prototypen zu realisieren. Das jetzt durch die Start-Ups Dynamik in die Fusionstechnik kommt ist sicher zu begrüßen. Hoffnungen, dass es bereits in 10 Jahren erste funktionsfähige Anlagen geben könnte,  

dürften aber verfrüht sein. Und bis zur kommerziellen Nutzung und bis die Kernfusion einen echten Beitrag zu unserer Versorgungssicherheit liefern kann, wird es auf jeden Fall noch deutlich länger dauern.

Auch wenn wir dann die Kernfusion möglicherwiese gar nicht mehr dringend brauchen sollten, da die Erneuerbaren Energien sich so durchgesetzt haben wie geplant: Die Forschung an der Kernfusion und die Investitionen in diesbezügliche Start-Ups sind es allemal wert. Bereits auf dem Weg zu einem funktionsfähigen Fusionskraftwerk entstehen viele wichtige neue Erkenntnisse und Produkte im Bereich der Magnet-, Laser- oder Materialtechnologien mit vielfältigen anderen Anwendungsmöglichkeiten. Zudem können die Forschungseinrichtungen und Jungfirmen hochqualifizierte Fachkräfte anziehen und Knowhow in Deutschland halten.

Die Kernfusion ist in der Tat eines der (wenigen) Gebiete, in denen wir in Deutschland mit der Weltspitze derzeit mithal-ten können. Die Dynamik und Risikobereitschaft der Start-Ups hilft hier entscheidend. Und der Energiehunger der Weltbevölkerung z.B. auch durch die neuen KI-Rechenzen-tren und die eMobilität wird nicht nachlassen. Hier sollte zumindest keine Option ausgeschlossen werden. Nicht zu vergessen, wenn wir es anderen überlassen würden: Der große Vorteil einer praktisch grenzenlos verfügbaren, umweltfreundlichen Energie würde auch enorme Macht mit sich bringen, die heute immer noch den Produzenten Fossiler Energie zukommt.

In aller Kürze:

- Die Kernfusion soll wie die Sonne durch die Verschmelzung von Wasserstoffkernen (bzw. der schwereren Wasserstoffiso-tope Deuterium und Tritium) zu Heliumkernen enorme Mengen an CO2-freier Energie erzeugen. Zudem entsteht dabei nur schwächer radioaktiver Atommüll mit Halbwertszeiten von maximal 100 Jahren und eine Kernschmelze wie bei der Atom-spaltung ist ausgeschlossen. Da es auf der Erde aber nicht möglich ist, den Druck der Sonne zu reproduzieren, muss das durch Temperaturen von bis zu 150 Millionen Grad kompensiert werden, um den Fusionsprozess in Gang zu setzen. Dies gelang im Jahr 2022 erstmals an der US-amerikanischen Forschungseinrichtung NIF. Das benötigte Kernfusionsplasma konnte in einer französischen Forschungseinrichtung mit über 22 Minuten bislang am längsten aufrecht erhalten werden.

- Trotz dieser Forschungserfolge verbrauchen die gesamten Anlagen zur Erhitzung des Plasmas und zur Zündung heute noch deutlich mehr Wärmeenergie als durch die Fusion letztendlich erzeugt wird. Von einem Strom produzierenden Kraftwerk im Regelbetrieb sind wir da noch weit entfernt: Das wird in einem aktuellen Gutachten der Akademie für Technikwissenschaften frühestens in 20 Jahren erwartet, unter massiver Beschleunigung der Umsetzungsschritte und Bündelung von Ressourcen. Da wollen wir eigentlich schon sehr weit sein mit dem Umstieg auf rein Erneuerbare Energien.

- Schub kommt in die Diskussion um die Kernfusion aber aktuell zum einen durch die Politik: Angesichts der multiplen Ener-giekrisen, hoher Energiepreise und wachsender globaler Risiken wäre eine umweltfreundliche, grundlastfähige Energiequelle äußerst willkommen, am besten weitgehend unabhängig von ausländischen Rohstoffen. So hat die Bundesregierung die Kernfusion als eine von sechs Schlüsseltechnologien definiert und will in den nächsten drei Jahren rund 2,4 Milliarden in deren weitere Erforschung stecken. Im Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung steht, dass in Deutschland das erste Fusionskraftwerk weltweit an den Start gehen soll.

- Der zweite Antrieb sind die weltweit mehr als 45 Start-Ups, die sich mittlerweile mit der Kernfusion beschäftigen. Mit neuen Ideen, großem Elan und mit Fokus auf umsetzbare Technologien konnten Millionenmittel von privaten Investoren angelockt werden. Start-Ups sind flexibler als große staatliche Forschungseinrichtungen und beschreiten bei Misserfolg auch schnell neue Wege. An verwertbaren Ergebnissen müssen es dann auch nicht gleich fertige Kraftwerke sein, sondern auch wichtige Fortschritte z.B. in Magnet-, Laser- oder Materialtechnologien mit vielfältigen anderen Anwendungsmöglichkeiten zählen.

- Vier erfolgversprechende Start-Ups in diesem Bereich kommen aus Deutschland: Proxima Fusion (München) und Gauss Fusion (Hanau) arbeiten mit starken Magnetfeldern um das Plasma einzuschließen. Marvel Fusion (München) und Focused Energy (Darmstadt) nutzen Lasertechnologie. Marvel will bereits Anfang der 30er Jahre einen Prototyp am Laufen haben, mit dem zum ersten Mal die Schwelle zur Energiegewinnung überschritten werden soll. Proxima plant schon konkret bis Anfang der 2030er Jahre für rund 2 Mrd. Euro einen Forschungsreaktor zur Kernfusion. Genauso zielt Focused Energy bis Mitte der 2030er Jahre auf das weltweit erste laserbasierte Fusionskraftwerk am ehemaligen Kernkraftwerksstandort in Biblis. Die Bunderegierung will mit ihrem ‚Aktionsplan Fusion‘ jetzt drei Hubs unterstützen und das Rennen um einen ersten, funktions-fähigen Prototypen in Deutschland ist eröffnet.

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