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die Niederlande, in der eine Sperrklausel von nur 0,67% gilt. In der (vorgezogenen) Parlamentswahl 2023 kamen daher 17 Parteien in die Zweite Kammer und die Regier-ungsbildung dauerte dann auch 223 Tage. Nach insgesamt 39 holländischen Regierungen seit dem 2. Weltkrieg zer-brach die letzte auch schon wieder vorzeitig in diesem Sommer.
Auch Italien ist für eine Parteienzersplitterung und rasch wechselnde Regierungen bekannt (67 Regierungen unter 30 Ministerpräsidenten seit 1945). Das komplizierte Wahl-recht wurde immer wieder geändert, zuletzt 2017 mit einer interessanten Mischung zwischen Mehrheits- und Ver-hältniswahl: 37% der Abgeordneten werden jetzt direkt gewählt, die restlichen Sitze nach dem landesweiten Abschneiden mit einer Sperrklausel von 3% vergeben. Zudem werden (kleinere) Parteien begünstigt, die schon vor der Wahl Bündnisse eingehen und für die zusammen eine höhere Sperrminorität von 10% gilt. Mit der Verfas-sungsreform 2020 wurde daneben die Größe der Abgeord-netenkammer von 630 auf 400 Sitze reduziert. Bei der letzten Parlamentswahl 2022 kamen zwar noch 7 Parteien mit mehr als 2% der Sitze in die Abgeordnetenkammer. Die rechtsgerichtete Drei-Parteienregierung unter Führung von Giorgia Meloni regiert aber immerhin bald so lange wie keine italienische Regierung vor ihr.
Da Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht beide ihre jeweil-igen Vor- und Nachteile haben und alle Versuche mit Zusatz-Sitzen für Parteien(-bündnisse), die landesweit eine Mehrheit erreichen, sehr kompliziert werden und z.B. in Italien als verfassungswidrig erklärt wurden, scheint eine einfache Mischung gar keine so schlechte Idee zu sein. Dies habe ich mit den Ergebnissen der letzten Bundestags-wahl vom 23.02.2025 und einer schlichten 50:50 Gewich-tung mal für Deutschland durchgespielt.
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