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NEWSLETTER 15/2025:
Gold: Der ultimative Sicherheitsanker für Staaten wie für Private?Teil I: Die Goldbestände der Notenbanken

Der Goldpreis ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Eine Hauptursache hierfür ist sicherlich die hohe politische und ökonomische Unsicherheit der letzten Jahre. Zuletzt natürlich besonders die erratische (Zoll-)Politik von Donald Trump. Welche Rolle spielt Gold zur langfristigen Wertsicherung in der Vermögensanlage und als Währungsreserve im Bestand der Notenbanken? Seit der Weltfinanzkrise hat auch im Bereich der staatlichen Goldreserven ein Umdenken stattgefunden. Die Zentralbanken kaufen netto wieder mehr Gold. Wie sind in diesem Kontext die Goldbestände der Deutschen Bundesbank zu bewerten, immerhin ist Deutschland das Land mit den zweithöchsten Goldreserven der Welt!

Quelle: Goldpreis aktuell in Euro und Dollar, www.gold.de/kurse/goldpreis/

Gold wird seit über 3.000 Jahren weltweit als Wertaufbe-wahrungs- und Tauschmittel genutzt. Als einzige ‚Währung‘ hat Gold über Jahrhunderte Bestand, da es ein physischer Sachwert ist der nicht korrodiert, nur begrenzt verfügbar ist und von den Menschen weltweit geschätzt und akzeptiert wird. Damit überlebt Gold auch Währungskrisen mit Hyperinflation bis zu einer vollständigen Geldentwertung. Ob Gold auch auf kürzere Fristen vor höherer Inflation schützt, ist dagegen nicht sicher. Viel zu viele Faktoren wirken auf den Goldpreis ein (Förderkosten/-menge, Nach-frage der Schmuckindustrie, Verhalten der Notenbanken, Grad der geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheit, Inflationsaussichten, Zinsniveau, USD-Kurs, Anlagespe-kulation etc.). Aber in Krisenzeiten steigt das Interesse an Goldanlagen immer wieder regelmäßig und damit auch der Goldpreis, so wie in den letzten Jahren.

Ein frei am Markt sich bildender Goldkurs gibt es erst seit 1971. Zuvor war der Goldpreis im Rahmen des Gold-standards bzw. Bretton-Woods-Systems staatlich vorgeben, siehe weiter unten. Zuletzt betrug dieser feste Umtausch-kurs 35 US-Dollar pro Feinunze Gold. Nach endgültiger Aufgabe bzw. Platzen des Systems fester Wechselkurse im Jahr 1973 stieg der Goldpreis sprunghaft an. Verstärkt durch Turbulenzen im Weltfinanzsystem und großer Inflationsschübe (Ölpreisschock) explodierte der Goldpreis zum ersten Mal als krisensichere Anlage: Der Goldkurs vervielfachte sich und überschritt im Jahr 1979 die Marke von 500 USD/Feinunze (+1.329% seit 1970!). Nach der Preisspitze im Januar 1980 bei 850 USD sackte der Gold-preis dann zunächst deutlich im Zuge der wirtschaftlichen Erholung auf unter 400 USD pro Feinunze ab.

Nach jahrelanger Seitwärts-/Abwärtsbewegung in den 1980er und 90er Jahren entwickelte sich eine zweite markante Goldhausse in Folge der globalen Kapitalmarkt- und Schuldenkrise 2008-20012. Infolge von weltweiten Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems und wegen der ausufernden Staatsverschuldung stieg der Goldpreis innerhalb von 10 Jahren um über 500% auf bis über 1.900 USD/Feinunze an. Um danach allerdings auch wieder massiv bis auf 1.200 USD im Jahr 2013 zurückzugehen. Dies verdeutlicht schon einmal die hohe Volatilität des Goldpreises auf mittlere Sicht.

Steil aufwärts bis auf 2.000 USD/Feinunze ging es mit dem Goldpreis dann wieder im Kontext der Corona-bedingten Verwerfungen im Jahr 2020/21. Der erneute Satz zuletzt auf weit über 3.000 USD begann dann Anfang 2024 (am 21.04.2025 erreichte der Goldpreis sogar 3.425 USD mit einer erneuten Steigerung um +30% allein im laufenden Jahr). Erhöhte internationale Spannungen in Folge des Einmarschs Russlands in die Ukraine und ein sinkender Marktzins nach Überwindung der hohen Inflationsraten in 2023 haben dazu beigetragen. Aber ab Herbst 2024 ging erst so richtig los mit der Goldhausse. Die Unsicherheiten in Bezug auf die wirtschaftlichen und geopolitischen Folgen der Wiederwahl von Trump zum US-Präsidenten und seiner seither verfolgten erratischen (Zoll-)Politik haben zu einer hochschnellenden Nachfrage nach Gold geführt.

Zunächst noch ein paar allgemeinere Informationen zum Goldmarkt. Nach Angaben des World Gold Council
(www.gold.org/goldhub/data/how-much-gold) wurden seit Anbeginn der Menschheit bi
s Stand 02/2025 eine Menge von 212.582 Tonnen Gold gefördert (bekannte Menge, inkl. Verstecken, versunkenen Beständen etc.), davon ca. 2/3 seit 1950 wegen der besseren Minenförderung. Jährlich werden rund 3.500 Tonnen Gold neu gefördert. Den größten Anteil an diesem gesamten Goldfundus hat die Schmuckindustrie mit ca. 45%. Danach kommt schon mit 22% der Anteil für Anlage- und Wertaufbewahrungszwecke in Form von Barren, Münzen und goldgedeckten Invest-ments. Die internationalen Zentralbanken besitzen mit 37.755 Tonnen ca. 17% aller Goldbestände. Den Rest machen z.B. technische und andere industrielle Anwen-dungen aus.

Der Marktwert des gesamten Goldes (der natürlich sehr stark vom aktuellen Goldkurs abhängt) beträgt bei einem Preis von 3.000 USD/Unze gegenwärtig ca. 20 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: Der Bitcoin kommt z.Z. auf eine Marktkapitalisierung von ca. 1,9 Bill. USD. Das Welt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im Jahr 2022 bei gut 100 Bill. US-Dollar. Es gibt weltweit rund 8,3 Billionen USD in physischem Bargeld aller Währungen, während die gesamte Geldmenge M2, inklusive Sichteinlagen und kurzfristig verfügbaren Finanzinstrumenten über 127 Bill. USD liegt (https://www.beatvest.com/blog/wie-viel-geld-gibt-es-auf-der-welt).

Quelle: Handelsblatt 24.02.2025
Im ersten Teil dieser Ausarbeitung will ich mich der Ent-wicklung und Funktion der Goldbestände bei den Zentral-banken widmen. Die Deutsche Bundesbank besaß Ende 2024 nach eigenen Angaben 3.352 Tonnen an Gold. Zum Ultimo 2024 war dieser Bestand bei einem Goldpreis von 2.625,27 USD/Feinunze 282,9 Mrd. USD bzw. 273,3 Mrd. EUR wert (Die Bundesbank bewertet ihre Bestände im Jahresabschluss 2024 mit einem Goldpreis von 2.511,07 EUR/Feinunze leicht geringer zu 270,6 Mrd. EUR). Damit besitzt die Bundesbank knapp 9% aller weltweit bei Zentralbanken liegenden Goldreserven. Physisch werden von den 3.352 Tonnen 1.710 Tonnen in Frankfurt (51%), 1.236 Tonnen bei der FED in New York und 405 Tonnen bei der Bank of England in London gelagert. Die teilweise Lagerung im Ausland hat mit der Entstehung der Goldbestände und der direkten Liquidität an Goldhandels-plätzen zu tun.

Deutschland ist damit das Land mit den zweithöchsten Goldbeständen der Welt nach den USA, die 21,5% aller Goldreserven der Notenbanken besitzen. Nach dem IWF halten noch die Zentralbanken von Italien und Frankreich (jeweils 6,5%), Russlands (6,2%) und Chinas (6,1%) signifikante Anteile an den staatlichen Goldbeständen.

Doch woher stammt eigentlich das viele Gold der Bundes-bank? Deutschland hatte doch nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend seine Reserven verloren?

Zur Erklärung muss man auf das Weltwährungssystem schauen, dessen Namen auf eine Tagung im Juli 1944 auf den Ort Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hampshire zurückgeht. Nach den Verwerfungen des Zweiten Weltkrieges wollte man wieder ein stabiles Wäh-rungssystem mit festen Wechselkursen schaffen, dass erneute Abwertungswettläufe verhindern sollte. Dazu wurde mit dem US-Dollar als Leitwährung eine fixe Umtausch-relation des USD in Gold festgelegt. Zudem sollte der neu geschaffene Internationale Währungsfonds IWF Ländern mit Handelsdefiziten helfen, ihre Situation auch ohne Abwertung der eigenen Währung in den Griff zu be-kommen.

Überschussländer waren dagegen nicht gezwungen, die aus dem Handel erwirtschafteten Fremdwährungen insbesondere den US-Dollar als Weltleitwährung zu behalten oder direkt zu konvertieren (was die eigene Währung exportschädigend weiter aufgewertet hätte). Sie konnten stattdessen die überschüssigen US-Dollars bei der amerikanischen Notenbank FED zu 35 USD/Feinunze in Gold tauschen. Die Vereinigten Staaten verfügten 1945 immerhin über 70 Prozent aller öffentlichen Goldbestände.

So kam es dann auch genauso in der neu entstehenden Bundesrepublik. Deutschland trat 1952 dem Bretton-Woods-System bei und erzielte mit dem Wirtschaftswunder hohe Handelsüberschüsse. Damit konnte die Bundesbank signifikante Währungsreserven aufbauen: Um gegen einen Aufwertungsdruck der D-Mark anzukämpfen musste die eigene Währung gegen USD verkauft werden, was zu hohen USD-Beständen bei der Bundesbank führte. Hinzu kamen die im Export erzielten US-Dollars die bei der Bundesbank landeten und weitgehend in Gold zu der festgesetzten Relation umgetauscht wurden.

Den Höhepunkt erreichten die deutschen Goldbestände im Jahr 1968 mit 4.033 Tonnen. Die Reserven der Bundes-bank halfen damit entscheidend, das Vertrauen der eigenen Bevölkerung und der internationalen Gemeinschaft in die noch junge Deutsche Mark zu stärken. Denn im Notfall konnte die Bundesbank Gold und Dollar verkaufen, um den Wert der DM zu stützen. Obwohl die USA als Gewinner und größter Gläubiger der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg mit diesem System seine Dominanz und den US-Dollar als

Weltleitwährung durchsetzen konnten, hat es Deutschland sehr geholfen, wieder zu einer Wirtschaftsmacht mit hoher Stabilität nach innen und nach außen zu werden. Auf der Kehrseite führte dieses System dann aber dazu, dass die tatsächliche Golddeckung des US-Dollars von 75% der Bargeldmenge in 1945 auf nur noch 18% im Jahr 1971 fiel, da die Goldreserven der USA um die Hälfte zusammen-geschmolzen waren.

Das Bretton-Woods-System zerbrach dann ab 1971 zuneh-mend an den hohen Divergenzen in der Weltwirtschaft und der Währungen (importierte Inflation, Folgen des Vietnam-krieges, Vertrauensverlust in US-Dollar), sodass zunächst die Goldpreisbindung und dann die festen Wechselkurse in 1973 ganz aufgegeben werden mussten. Hinzu kam das Ende des Goldverbots für Privatanleger in den USA, so dass sich der Goldpreis seither frei am Markt bilden konnte und zunächst explodierte. Für die Zentralbanken verlor Gold damit auch zunehmend die Ankerfunktion bzw. sie nutzten die hohen Wertsteigerungen am Goldmarkt (über 1.000% in den 1970er Jahren) sogar zum Verkauf oder stützten damit ihre eigene Währung. Die Goldreserven der Zentralbanken nahmen damit bis in das beginnende 20. Jahrhundert deutlich ab. Nach einer Studie der Bank für Internationale Zusammenarbeit aus dem Jahr 2006 ging der Anteil der internationalen Goldreserven an den gesamten Währungsreserven durch Verkäufe und eine geringere Bedeutung für die Währungssicherung von im Schnitt 60% in 1980 auf nur noch 10% (2006) zurück.

Den Tiefststand erreichten die internationalen Goldreserven mit einem Bestand von knapp über 30 Tonnen in den Jahren 2007/08. Die Bundesbank dagegen veräußerte nie größere Goldbestände. Nur zum Zwecke der Prägung von Goldmünzen werden jährlich etwa 3 bis 6 Tonnen genutzt und schmälern den Bestand damit um 0,1 bis 0,2% p.a.. Gold macht daher bis heute knapp drei Viertel der deut-schen Währungsreserven aus, das restliche Drittel sind Devisen und Forderungen an den Internationalen Währungsfonds (IWF). Viele Länder wie z.B. Kanada, Norwegen oder Neuseeland haben gar kein Gold mehr oder ihre Goldbestände waren bzw. sind relativ gering zu ihren gesamten Währungsreserven wie etwa in Groß-britannien, Australien, Spanien, Dänemark, aber auch in Indien oder Japan. Die dortigen Notenbanken verkauften ihre Goldbestände um Gewinne zu realisieren, Staatschul-den zu decken / die Währung zu stützen oder in andere, vermeintlich höher rentierlichere Anlageformen wie Staats-anleihen umzuschichten.

Quelle: www.kettner-edelmetalle.de/wissen/goldpreis

Die große Umkehr dieses Trends begann mit der Welt-finanzkrise in 2008 und die Diversifikation der Zentralbank-reserven, auch in Gold, spielt wieder eine größere Rolle. So haben die staatlichen Goldbestände seither um +26% zu-gelegt. In den letzten Jahren sind vor allem Staaten mit autokratisch-autoritären Regierungsformen bzw. aufstre-bende Schwellenländer des globalen Südens als größere Goldkäufer aufgefallen, v.a. Russland, China, Katar, Indien oder die Türkei (die 2023 aber bereits wieder größere Goldbeträge zur Stützung der Lira veräußern musste). Im Jahr 2024 waren die absolut größten staatlichen Gold-käufer Polen (89,5 Tonnen), Indien (72,6 Tonnen) und China (44,2 Tonnen). In den Jahren zuvor mit 1.082 Tonnen (2022) und 1.037 Tonnen in 2023 waren die Goldkäufe der Zentralbanken noch viel ausgeprägter und auf einem Alltime-Hoch. Allein China erwarb 224,9 Tonnen Gold im Jahr 2023, noch bei einem Goldpreis von um die 2.000 USD/Feinunze. In den vergangenen drei Jahren wurden damit jeweils mehr als doppelt so viel Gold gekauft wie im Schnitt der Jahre zuvor.

Man erkannt daran direkt, dass Gold in Zeiten von geo-politischen Krisen auch für Zentralbanken eine zunehmen-de Bedeutung erfährt. In letzter Zeit kommt hier v.a. der Krieg in der Ukraine und die unklaren weltwirtschaftlichen Aussichten durch die protektionistischen Maßnahmen von Donald Trump zum Tragen. Zahlreiche Länder dürften auch darauf reagiert haben, dass der Westen Guthaben der russischen Zentralbank auf ausländischen Konten be-schlagnahmte. Mit Gold im eigenen Land will man hier unabhängiger vom westlichen Finanzsystem und dem US-Dollar werden. Die Dominanz des USD im weltweiten Zahlungssystem gerät unter Druck. Das kann so weit führen, dass das heutige ungedeckte Geldsystem als so krisenhaft erachtet wird, dass Alternativen wie eine erneute Golddeckung oder digitale Währungen wie der Bitcoin diskutiert werden.

Zurück zu kommen auf die Goldreserven der Bundesbank: Heute wird nicht mehr ernsthaft darüber nachgedacht, (einen Teil der) Goldbestände zur Deckung von Staats-ausgaben zu verkaufen wie vor einigen Jahren angedacht. Gerade für die Deutschen stellt das Gold einen wichtigen Vertrauensanker dar, der einen gewissen Krisenschutz gewährt und nicht zur einmaligen Reduktion des Schulden-

stands Deutschlands verpulvert werden sollte (gesamter Schuldenstand von 2,7 Bill. EUR versus 270 Mrd. Markt-wert des Goldbestands).

Für die Bundesbank ist diese Reserve dagegen im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert: Bereits im Jahr 2023 war das eigentliche Eigenkapital der Deutschen Bundesbank aufgezehrt, da aus den in der Niedrigzins-phase zur Stützung der (Finanz-)Wirtschaft aufgekauften Wertpapieren ein erheblicher Bilanzverlust resultiert (vgl. Matthias Hillmer, Bundesbank und Genossenschaftsbanken aus Sicht der Gesamtbanksteuerung. Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen, 03/2024, S. 28-33). Im Jahr 2024 musste daher erneut ein Minus von 19,2 Mrd. EUR ver-bucht werden und auf dem Wertpapierbestand lastet immer noch ein Marktwertverlust von 96,2 Mrd. EUR. Nur mittels der Bewertungsreserven von 262,9 Mrd. EUR auf ihre Goldbestände konnte die Bundesbank noch auf eine ‚solide Bilanz‘ verweisen. Nicht zuletzt ist damit die Bundesbank Profiteur der großen Goldhausse in den letzten Jahren!

Nebenbemerkung: Die Goldreserve der USA wird aus historischen Gründen noch immer mit 42,2 USD/Feinunze bewertet. Im amerikanischen Goldbestand von 8.133,46 Tonnen schlummert daher bei einem Marktpreis einer Feinunze von über 3.000 USD eine Reserve von knapp 800 Mrd. USD. Ich möchte wetten, dass wir in nächster Zeit mehr von Trump et.al. darüber hören werden, ob nicht ein Teil dieser Bewertungsreserve zur Reduktion der Staats-verschuldung bzw. Finanzierung eines US-Staatsfonds genutzt werden sollte.

Was für Schlussfolgerungen können aus dem Dargestell-tem gezogen werden? Als Teil der Währungsreserven kommt Gold immer noch eine wichtige Funktion für die Stabilität eines Staates bzw. einer Währung zu. Die Welt-bank empfiehlt daher auch seit dem Jahr 2024 einen Goldanteil von bis zu 22% in den Währungsreserven der Zentralbanken. Neben der Portfoliodiversifikation der Reserven ist der Goldbestand aber auch ein wichtiger Machtfaktor von Staaten, wie die Geschichte gezeigt hat. Als universell nachgefragtes Gut hat Gold in Krisenzeiten einen hohen Nutzen, da der Goldpreis gerade dann höher tendiert. Gilt das alles auch für die privaten Anleger? Hierzu mehr in der nächsten Ausgabe des Newsletters.

In aller Kürze:

Der Goldpreis hat sich seit Freigabe bzw. Ende der festen Umtauschrelation des US-Dollars in Gold zu 35 USD/ Feinunze im Rahmen des Währungssystems von Bretton Woods seit 1973 zunächst sehr stürmisch entwickelt um dann für längere Zeit in den 1980er und 90er Jahren auf einem Niveau von 300 bis 400 USD zu verharren. Zu einer markanten Preisspitze bis zu 1.900 USD/Feinunze kam es dann in Folge der globalen Kapitalmarkt- und Schulden-krise 2008-20012. Von einem Niveau von etwa 1.200 USD bis ins Jahr 2019 geht es seither wieder deutlich aufwärts. Zunächst im Kontext der Corona-Krise bis auf um die 2.000 USD und dann sehr steil mit den geopolitischen Verwerfungen der letzten Jahre und v.a. der Wiederwahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Die bisherige Preisspitze wurde am 21.04.2025 mit einem Goldkurs von 3.425 USD/Feinunze erreicht.

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Dies zeigt deutlich, dass besonders in Krisenzeiten eine hohe Nachfrage nach Gold als physischer Sachwert besteht der nicht korrodiert, nur begrenzt verfügbar ist und von den Menschen weltweit akzeptiert wird. Der Marktwert des gesamten bislang geförderten Goldes von 212.582 Tonnen beträgt gegenwärtig über 20 Bill. USD. Zum Vergleich gibt es derzeit rund 8,3 Billionen USD an physischem Bargeld aller Währungen. Von den weltweiten Goldbeständen beansprucht die Schmuckindustrie einen Anteil von ca. 45%. Danach kommt schon mit 22% der Anteil für Anlage- und Wertaufbewahrungszwecke. Die internationalen Zentralbanken besitzen mit 37.755 Tonnen ca. 17% aller Goldbestände.

- Die Zentralbanken halten Gold als Teil ihrer Währungsreserven um in Krisensituationen die eigene Währung stabilisieren und Leistungsbilanzdefizite decken zu können. Sie sind damit auch ein wichtiger Vertrauensanker in die Stabilität einer Währung. Deutschland ist dabei mit 3352 Tonnen das Land mit den zweithöchsten Goldbeständen der Welt nach den USA, die in der Bilanz der Bundesbank zum Ultimo 2024 mit einem gesamten Marktwert von 271 Mrd. EUR ausgewiesen waren. Der Goldbestand Deutschlands (das nach dem zweiten Weltkrieg keinerlei Goldreserven mehr besaß) ist Folge des Bretten-Woods Systems, das mit festen Wechselkursen und dem US-Dollar als Leitwährung die Umtauschmöglichkeit der aus dem Handel erwirtschafteten überschüssigen US-Dollars in Gold bei der US-Notenbank FED vorsah. Die Reserven der Bundesbank halfen entscheidend, das Vertrauen der eigenen Bevölkerung und der internationalen Gemeinschaft in die noch junge Deutsche Mark zu stärken und Deutschland zu einer Wirtschaftsmacht mit hoher Stabilität werden zu lassen.

- Die Ankerfunktion des Goldes als Währungsreserve spielte dann zusehends eine geringere Rolle. Viele Noten-banken nutzten auch die hohen Wertsteigerungen am Goldmarkt zum Verkauf oder schichteten sie in andere, vermeintlich höher rentierlichere Anlageformen wie Staatsanleihen um. Die Goldreserven der Zentralbanken nahmen damit bis in das beginnende 20. Jahrhundert deutlich ab. Die große Umkehr begann mit der Weltfinanzkrise in 2008 und die Diversifikation der Zentralbankreserven spielte wieder eine größere Rolle. Die staatlichen Goldbestände haben seither um +26% zugelegt. In den letzten Jahren sind vor allem Staaten mit autokratisch-autoritären Regierungsformen bzw. aufstrebende Schwellenländer als größere Goldkäufer auftreten (Russland, China, Türkei, Indien aber auch Polen). Die Goldpreishausse der letzten Jahre ist zu einem erheblichen Teil auf diesen Nachfrageschub zurückzuführen. Diese Tendenz verdeutlicht aber auch eine zunehmend kritische Haltung gegenüber der Stabilität des gegenwärtigen Finanz- und Geldsystems mit dem US-Dollar als Leitwährung.

Als Teil der Währungsreserven kommt Gold damit wieder eine wichtige Funktion für die Stabilität eines Staates bzw. einer Währung zu. Als universell nachgefragtes Gut hat Gold in Krisenzeiten einen hohen Nutzen, da der Goldpreis gerade dann höher tendiert. Auch für die Bundesbank tragen die Bewertungsreserven auf ihre Goldbestände erheblich dazu bei, eine solide Bilanz ausweisen zu können, trotz der Bilanzverluste der letzten Jahre aus den in der Niedrigzinsphase zur Stützung der (Finanz-)Wirtschaft aufgekauften Wertpapiere. Zum Glück hat die Bundesbank auch nie größere Teile ihrer Goldreserven veräußert und ist dem politischen Druck nicht erlegen, Buchgewinne zur einmaligen Deckung von Staatsausgaben zu realisieren.

Hinweise: 

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