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Der Goldpreis unterliegt als geschätzter und nur begrenzt verfügbarer ‚Rohstoff‘ einer großen Anzahl von Einfluss-faktoren auf der Angebots- und Nachfrageseite. Bezüglich der Kosten und Bedingungen der Förderung kenne ich mich weniger aus. Gerne nehme ich hier den Hinweis des geschätzten ehemaligen DZ BANK-Kollegen und Chef-ökonomen Klaus Holschuh auf, dass die Goldförderung sowohl aus Umweltsicht wie im Hinblick auf die Arbeitsbe-dingungen häufig sehr bedenklich ist. Auf jeden Fall ist das Angebot inkl. des Recyclings von Altgold sicher nicht kurzfristig groß steigerbar.
Auf der Nachfrageseite spielt das Verhalten der unter-schiedlichen Interessengruppen eine wichtige Rolle. Die Schmuckindustrie reagiert in der Regel preissensibel. Neben einer hohen Grundnachfrage, insbesondere auch aus kulturellen Gründen wie z.B. in Indien oder China, drückt ein hoher Goldpreis hier eher das Interesse. So wie zum Beispiel im letzten Jahr mit einem Minus von 11% zum Vorjahr in der Goldschmucknachfrage angesichts der stark gestiegenen Preise.
Auch die Investoren als zweitgrößte Nachfragegruppe verhalten sich nicht einheitlich. Institutionelle Investoren legen häufig in liquidere Gold-Anlageformen an, wie z.B. in Exchange Traded Funds (ETFs) mit physischer Gold-deckung. Daneben sind Hedgefonds mit größeren Gold-spekulationen im Futuremarkt aktiv. In 2023 und 2024 war die Nachfrage nach Gold-ETFs eher rückläufig, da man dem bereits hohen Goldpreisniveau wohl nicht so recht traute. Das hat sich im ersten Quartal 2025 drastisch geändert: Die Zuflüsse in Gold-ETFs stiegen von 18,7 Tonnen im Vorquartal auf enorme 226,5 Tonnen (World Gold Council). Die gesamte Investmentnachfrage für Gold stieg im Q1 Quartal 2025 auf 552 Tonnen, so hoch wie zuletzt in Q1 2022.
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